Schwarze Katze

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Hausbesetzung Herner Straße 131, Bochum

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 21 Mai, 2017 14:58:21
Bochum: Unterstützt das entstehende Soziale Zentrum Herner Straße 131
Für ein Leben jenseits von Staat und Kapital


Worum geht´s?

Am Freitagabend (19.05) wurde in der Herner Straße 131 ein leerstehendes Haus besetzt, um ein Soziales Zentrum und selbstverwalteten Wohnraum zu schaffen. Dies richtet sich auch dagegen, dass es in Bochum viel Leerstand gibt während gleichzeitig die Mieten steigen und kaum Raum für unkommerzielle Kulturprojekte und politische Initiativen vorhanden ist. Hausbesetzungen eröffnen aber noch weitere Perspektiven: Sie können Bestandteil eine revolutionären Veränderung hin zu einer freiheitlichen Gesellschaft sein.

Hausbesetzungen als Teil revolutionärer Bewegung


In unserer Gesellschaft werden Häuser vom Staat, Unternehmen oder reichen Einzelpersonen kontrolliert, meist nicht von den Menschen, die sie nutzen oder in ihnen leben. Wir streben eine Gesellschaft an, in der Menschen über ihr Leben und Wohnen selbst bestimmen, daher lehnen wir auch alle Institutionen, die auf Herrschaft beruhen, wie Staat und Kapitalismus ab. Soziale Zentren können ein Zusammenleben ohne Hierarchien erlebbar machen. Sie sind eine Möglichkeit aus Vereinzelung und Konkurrenz der kapitalistischen und staatlichen Herrschaft auszubrechen. Konkret wird ein Zeichen gegen die Kontrolle des Staates (durch seine Polizei) über die Häuser und gegen die kapitalistischen Eigentumsrechte gesetzt.

Was könnt ihr zu Unterstützung tun?


Wenn ihr die Besetzung unterstützen wollt, dann gibt es einige Möglichkeiten. Schaut in der Herner Straße 131 vorbei und guckt was die Menschen brauchen z.B. Essen oder andere Bedarfsgüter. Zeigt öffentlich eure Unterstützung z.B. in dem ihr Transparente aus euren Fenster hängt, zu Kundgebungen oder Demos kommt und euch an der Herner Straße blicken lasst. Erzählt anderen Leuten von der Besetzung und schafft politischen Druck, dass sie bestehen bleibt.

Erkämpfen wir uns die Häuser Gebäude für Gebäude zurück. Für ein Leben und Wohnen in Freiheit!

Für mehr Infos folgt: twitter.com/SquatBO

Anarchistische Unterstützungsgruppe für 131BO


Fotos der Hausbesetzung





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Libertäre Aktivitäten vor dem 1. Mai 2017

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 01 Mai, 2017 06:39:10
Anarchistischer Block auf der Revolutionären Vorabenddemo am 30.04.17 in Bochum war gut besucht

Anarchistischer Block auf der Revolutionären Vorabenddemo am 30.04.17 in Bochum

Infostand der Freien ArbeiterInnen Union am 30.04.17 in Dortmund anlässlich des Workers Memorial Day

Über 500 Menschen besuchten das anarchistische Parkfest am 30.04.17 in Dortmund am Blücherpark

Hausbesetzung am 17.04.17 in Münster am Köhlweg 19

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CrimethInc.: Von der Demokratie zur Freiheit

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 26 Apr, 2017 06:13:37
Von rechts bis links, grün, gelb bis blau, alle berufen sich auf Demokratie. Ist Demokratie das höchste der Gefühle? Gibt es was Besseres? Crimethink hat sich einige Gedanken drum gemacht und die 54seitige Broschüre "Von der Demokratie zur Freiheit herausgegeben. Diese ist nun auf Deutsch übersetzt worden und zum Ausdrucken oder am Ebook-Reader oder Computerbildschirm lesen als PDF verfügbar.



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Libertäre Aufrufe aus Bonn zum 1. Mai 2017

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 21 Apr, 2017 14:23:42
Das Libertäre Forum Bonn hat eine Broschüre mit Aufrufen zum 1. Mai 2017 herausgegeben: https://bonnlibertaer.noblogs.org/files/2017/04/readermai2017.pdf
Darin sind die Aufrufe zum Bonner 1. Mai 2017 der beteiligten libertären Gruppen dokumentiert.


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Lernen, lieben und leben in Freiheit...

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 20 Apr, 2017 07:22:01
Schwarze Katze Flugblatt für eine libertäre Gesellschaft:
Lernen, lieben und leben in Freiheit...
http://schwarze.katze.dk/texte/a01.html



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Contra Info: Übersetzungsnetzwerk für Gegeninformation

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 03 Apr, 2017 13:42:32
Contra Info: Übersetzungsnetzwerk für Gegeninformation

Contra Info ist ein internationales, multilinguales Netzwerk für Gegeninformation und Übersetzungen, eine Infrastruktur, die von AnarchistInnen, Anti-Autoritären und Libertären unterhalten wird, die in den verschiedensten Teilen der Welt aktiv sind.

Das Projekt begann seine Aktivitäten Anfang 2010 in Athen mit dem Ziel, Momente des sozialen Kriegs auf dem vom griechischen Staat kontrollierten Territorium in anderen Sprachen zu verbreiten – und jene aus dem Rest der Welt ins Griechische. Aktionen und ihre multilinguale Dokumentation können jedoch nur effektiv ausgedrückt werden, indem solche territorialen Schranken negiert werden. Daher ließen wir 2011 diesen anfänglichen Ansatz hinter uns und veröffentlichen seitdem Übersetzungen – aber auch Originalmaterial mit Bezug zu verschiedenen Orten – in einem kontinuierlichen Versuch, den vielschichtigen anarchistischen Angriff auf das Existierende von überall auf der Welt zu verbreiten.

Contra Info ist weder eine Organisation noch eine politische Bezugsgruppe. Die GefährtInnen und Kollektive, die in unserem Netzwerk mitwirken, interagieren untereinander in einer selbstorganisierten, anti-hierarchischen Art und Weise und ermöglichen so die größtmögliche Unterstützung für anarchistische und revolutionäre Tendenzen in den jeweiligen Kontexten. Jede/r Mitwirkende von Contra Info kommt aus einem unterschiedlichen Hintergrund und vertritt seine/ihre eigene spezifische Analyse und ein bestimmtes Verständnis eines grenzenlosen Kampfes für die individuelle und kollektive Emanzipation von jeder Form der Knechtschaft. Wir sind jedoch weder DemokratInnen noch verstehen wir Gegeninformation als Plattform, die es mitunter erlaubt, dass AnhängerInnen des Staates, PatriotInnen aller Sorten, JournalistInnen oder jede Art von Lakaien der Herrschaft die Möglichkeit bekommen, ihre unterdrückende Propaganda auszuspeien. Wir sind erklärte Feinde jeder Form des Nationalismus, Sexismus, Rassismus, Etatismus, Kapitalismus, Reformismus oder anderer autoritärer Auffassungen. Wir lehnen Vaterländer/Mutterländer, Patriarchat, Religion und Traditionalismus ab und richten uns gegen das techno-industrielle System und Ausbeutung, gegen Staat und Kapital, gegen das Gesetz. Wir kämpfen für die Zerstörung der Knastgesellschaft, für tatsächliche Solidarität mit den Geiseln des sozialen Kriegs und für die Befreiung von Mensch, Erde und Tier.

Wir nehmen gerne originale Kommuniqués von direkten Aktionen, Updates von den Straßen, offene Briefe von inhaftierten oder verfolgten KämpferInnen, Fotos, Videos, Poster, Broschüren und so weiter entgegen. Unabhängig davon, ob wir mit den geäußerten Ansichten im starken Widerspruch stehen, werden wir das Wort gern verbreiten.

Wir glauben, dass diverse Aktionen und Meinungen von AnarchistInnen oder würdevollen RebellInnen weltweit nur jenseits von Sektierertum und Exklusion ausgedrückt werden können. Daher ist Gegeninformation für uns eine Waffe, die die Koexistenz von Individuen und Kollektiven ermöglicht und eine Diversität von Theorie und Praxis für die Freiheit befördert – unabhängig von den Polemiken, die auf lokaler oder internationaler Ebene zwischen den verschiedenen Tendenzen der Anarchie ausbrechen mögen. Darüber hinaus verstehen wir die Funktionen eines Gegeninformationsmediums auf eine nicht-zentralisierte Weise, ebenso sehr glauben wir auch, dass verwandte Websites sich untereinander verbinden sollten und dadurch die Komplementarität untereinander gestärkt wird, um Aktivitäten in eigener Verantwortung zu schaffen anstatt Nachahmungsversionen von anderen Projekten zu werden.

Dieses Projekt ergänzt und unterstützt ein weites anarchistisches Netzwerk und befreundete Unternehmungen weltweit (Websites, Radios, Verlage, usw.) mit dem Ziel, mindestens eine kleine, informelle Kommunikation unter jenen aufzubauen, die ihre Energie für die Verbreitung von Gegeninformationen jenseits von nationalen und linguistischen Grenzen geben.

Die verschiedenen Blogs von Contra Info stellen ein und dasselbe Projekt dar – mit einem besonderen Fokus auf Übersetzungen. Seit Beginn unserer Online-Aktivität lehnen wir es ab, Nachrichten zu verbreiten, die von kommerziellen Quellen und Medien stammen und die herrschende Ideologie ausdrücken. Desweiteren setzen wir bei unserem Material keine Prioritäten; die jeweilige Eigendynamik und der Gegeninformationsfluss entwickeln sich fern von Spezialisierungen aus zufälligen Initiativen, stetigen Beiträgen und den jeweiligen Interessen der Teilnehmenden und Beitragenden. Wenn wir Wissen aus erster Hand über Ereignisse haben, versuchen wir sie im Original zu übermitteln. Zumeist kopieren wir jedoch keine Texte, ob wir nun denken, dass sie wichtig oder interessant sind oder nicht; auch dann nicht, wenn wir sie übersetzen wollen oder bereits in eine andere Sprache übersetzt haben. Unter der Nennung der Quelle kommt es aber auch vor, dass wir Materialien weiterverbreiten, jedoch nur, wenn wir zu der Information etwas hinzuzufügen haben oder denken, dass ein bestimmtes Thema nicht breit genug zirkuliert bzw. es von extremer Dringlichkeit ist. Andererseits posten wir gerne Originaltexte, Übersetzungen und andere Materialien, wenn wir sie direkt erhalten, und solange der Inhalt mit unseren „Moderationskriterien“ übereinstimmt. Wir schätzen es ebenso, wenn Menschen uns Texte oder Links zu unserer Information weiterleiten. Wenn exakt dieselben Informationen bereits auf anderen, uns befreundeten Webseiten, verbreitet wurden, sehen wir einfach keinen praktischen Sinn darin, sie zu reproduzieren.

Wir ermutigen Individuen, Gruppen und Initiativen weltweit, uns ihr Feedback zu senden und unser Netzwerk mit ihrer aktiven Teilnahme zu unterstützen.

Unsere herzlichsten Grüße gehen raus an alle anarchistischen Gefangenen und kämpfenden InsassInnen weltweit und an all jene, die für die bedingungslose Freiheit innerhalb und außerhalb der Knastmauern kämpfen, ohne sich vor den Dienern der Macht zu beugen.

Wut und Bewusstsein!
Contra Info
März 2015

Contra Info -> https://de-contrainfo.espiv.net/



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Gai Dao 75 mit einem besonders schönen Titelbild

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 02 Mär, 2017 05:41:24
Die Gai Dao # 75 vom März 2017 hat diesmal ein besonders schönes Titelbild. Wie ihr sehen könnt, hat sich dieses mal eine anarchistische Katze auf das Cover geschlichen und scheint ziemlich wütend zu sein. Gründe hierfür gibt es ja leider immer noch mehr als genug... Wir schließen uns ihr deshalb an - in kollektiver und individueller Empörung über die Missstände dieser Welt! Denn auch wir haben keinen Bock auf Ausbeutung, Herrschaft und repressive Verhältnisse! - egal ob auf der Straße, bei der Arbeit, in der Familie, in der Bar, an der Uni oder sonstwo.


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Gießener Landbote

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 01 Mär, 2017 07:40:56
Der Gießener Landbote

Termine, Aktivitäten und Projekte für eine bessere Welt. Ja, echt!

Menschen aus Stadt und Kreis Gießen berichten über Projekte und Aktionen - und laden damit alle anderen ein, mitzumachen oder eigene Ideen zu entwickeln. Und zwar egal, ob sie sich als „Einheimische“ fühlen oder zugezogen sind ... aus der Wetterau, dem Vogelsberg, Niedersachsen oder Polen, Syrien oder Schlesien, Erfurt, Mali oder irgend einer anderen Ecke dieser Welt. Ebenso ist egal, in welchem der 60 Facebook-Geschlechter (oder vergessener weiterer) Ihr Euch wohl fühlt, ob Ihr rote oder grüne Pullover, langes, kurzes oder gar kein Haar tragt, durch braune oder blaue Augen auf diesen Text schaut, Sommersprossen Euer Gesicht zieren oder nicht. Unsere Welt ist bunt, denn: Kein Mensch ist illegal!

Die jeweils aktuelle Ausgabe vom Gießener Landboten gibt es zum Download:
http://www.giessener-landbote.de


Die Texte der aktuellen Ausgabe März/April 2017:

1: Gegen die Strafbarkeit des Containers
Ab Mitte März soll bundesweit gegen die Strafbarkeit des „Containern“ und des Wühlens im Sperrmüll protestiert werden. Höhepunkte sind eine ePetition (bitte dann unterzeichnen!!!) und eine Aktionswoche in Aachen mit Strafprozess am 11.4. Alles weitere auf http://242.blogsport.de.

2: Verkehrsutopie: Gießener Innenstadt ohne Autos
Streiten für eine Flaniermeile, Fahrradstraßen, Nulltarif und Straßenbahnen. Unsere Aktionen:
*Freebikes: An verschiedenen Orten in der Stadt Stationen mit Fahrrädern, die unkommerziell genutzt werden können. To do: an Fahrrädern schrauben, Plätze für Stationen suchen usw. Kontakt: kalle(ätt)projektwerkstatt.de.
*Critical Mass: Zweimal im Monat im Stadtgebiet radeln und für eine fahrradfreundliche Stadt werben. Ab und zu danach Treffen zum Weiterdiskutieren über Aktivitäten zum Verkehr in Gießen.
*Basteln an der Verkehrsutopiekarte: Ihr findet sie nebst Infos auf http://www.projektwerkstatt.de/verkehr/giessen.html
*Aktions-Schwarzfahren: Fahren ohne Ticket, aber mit Hinweisschild und Flyer - Durchsetzen der Straffreiheit vor Gericht. Informiert euch & macht mit: http://www.schwarzstrafen.tk.

3: Lebensmittel-Fairteiler im Seltersweg
Idee ist, einmal pro Woche mit geretteten Lebensmitteln (als Teil von Foodsharing Gießen) durch den Seltersweg zu ziehen und Essen zu verteilen - angemeldet als Demo, um rundherum noch Aktionen, Durchsagen, Musik, Kreidemalereien, Theater usw. zu machen je nach Lust und Laune. Beim Treffen wollen wir drüber reden, wie wir das in Gang bringen.

4: Moloch-Konzerne wie Amazon, eBay, etc. in den wohlverdienten Ruin treiben?
Brainstorming zu Alternativen, Weiterentwicklung von bestehender Internetplattform zu profitfreier Schenk-, Tausch- und Kleinhändlerbörse. Termin folgt online auf Landboten-Webseite.

5: utopisch wirtschaften
Gemeinsame Debatte führen, öffentlichkeitswirksame Aktionen, konkrete Projekte angehen. Kontakt: kalle(ätt)projektwerkstatt.de.

6: Anti(zwangs)psychiatrie
Sich treffen, austauschen, gemeinsam aktiv werden - in und um Gießen/Wetzlar und im Oktober 2017 beim Weltpsychiaterkongress in Berlin.

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Warum mir die Gender­ Schreibweise nicht gefällt

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 02 Jan, 2017 05:46:29
Warum mir die Gender­ Schreibweise nicht gefällt
Josef Swoboda
gai dao # 72


Anmerkung: Es ist in der Gai Dào üblich, Personenbezeichnungen mit * zu gendern. Der Autor dieses Artikels hat für die Gai Dào eine Rezension geschrieben und dabei statt der
Sternchen-Schreibweise abwechselnd weibliche und männliche Formen verwendet. Dies wurde von Menschen aus der Redaktion jedoch kritisiert. Daraus entstand eine Diskussion, zu der der folgende Text ein Beitrag ist. ---- Ziel unserer Bemühungen in Bezug auf die Geschlechterfrage sollte es sein, dass das Geschlecht bzw. die sexuelle Orientierung einer Person für deren gesellschaftliche Rolle komplett irrelevant wird. Dass man also nicht länger zuerst als Frau, Mann, Lesbe usw. wahrgenommen, in bestimmte Schubladen gesteckt und dadurch in seinen Handlungsmöglichkeiten festgelegt und eingeschränkt wird. So würde wirkliche Individualität überhaupt erst ermöglicht.

Wenn man die heutige Situation mit der vor 50 oder 100 Jahren vergleicht, sind die westlichen Gesellschaften diesem Ziel schon ein Stück näher gekommen - wenn es auch noch lange nicht erreicht ist. Wahrscheinlich kann es auch ohne die Überwindung des Kapitalismus und der Herrschaft allgemein gar nicht erreicht werden. Jedenfalls scheint mir die in der Gai Dào und in anderen Szenepublikationen verwendete Gender-Schreibweise kein sinnvolles Mittel zu sein, um diesem Ziel - der Überwindung von Einschränkungen der individuellen Handlungsmöglichkeiten aufgrund des Geschlechts - näher zu kommen.

Verewigung von Identitäten

Erstens missfällt mir an der Gender-Schreibweise, dass sie geschlechtliche Identitäten betont und hervorhebt, was deren Überwindung entgegen zu wirken scheint. In bestimmten Kontexten kann eine solche Hervorhebung sinnvoll sein. Wenn z.B. eine Wissenschaftlerin in einem Krankenhaus einen Vortrag hält und diesen mit "liebe Ärztinnen und Ärzte" beginnt, so stellt sie damit klar, dass in einem in der öffentlichen Wahrnehmung immer noch als "männlich" gesehenen Berufsstand auch viele Frauen arbeiten und dass sie sich selbstverständlich an alle Anwesenden wendet. Wenn sie aber nun im weiteren Fortgang ihrer Rede bei jeder Erwähnung der Berufsbezeichnung durch entsprechende Gender-Formulierungen herausstellt, dass es davon männliche und weibliche Vertreter und auch solche gibt, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen, dann kippt die anfängliche Intention ins Gegenteil. In dem Vortrag geht es ja um medizinische Fachfragen, für die das Geschlecht überhaupt keine Rolle spielt. Anstatt zur Abschaffung trägt man so eher zur Aufrechterhaltung der Geschlechterdifferenz bei. Noch deutlicher wird diese Tendenz bei in letzter Zeit modischen Begriffen wie "FLTI" oder "LGBT". Für letztere - "lesbians, gays, bisexuals, transgender" - gab es früher das schöne Wort "queer": Hier war jeder angesprochen, der, aus welchen Gründen auch immer, nicht in das vorherrschende heterosexuelle Raster passte. Aus irgendwelchen Gründen wurde diese Bezeichnung aber durch dieses sperrige Kürzel ersetzt, welches anscheinend sicher stellen soll, dass jede Sonderidentität auch als solche gewürdigt wird. Anstatt der Abschaffung des Schubladendenkens haben wir es hier also mit einer Multiplikation der Schubladen zu tun!

Bürokratismus


Zweitens erinnern mich Texte mit Gender-Schreibweise immer ein wenig an Formulare, wie man sie auf Ämtern bekommt. Das Gendern verkompliziert die Formulierung, ist im Schriftbild unschön und in der gesprochenen Sprache holprig. Um zuverlässig auszuschließen, dass sich an irgendeiner Stelle jemand ausgeschlossen fühlt, wird auf Flüssigkeit und sprachliche Eleganz verzichtet. Bürokratische Texte vom Jobcenter, der Krankenkasse etc. sind so formuliert, damit spitzfindige Advokaten in ihnen keine Lücken entdecken, durch die sie die Intention des Textes aushebeln und Vorteile für ihren Mandanten herausschlagen können. Ich denke, unsere Vorstellung von Emanzipation sollte nicht die der Rechtsanwälte sein. Lasst uns andere Wege finden, um klar zu machen, dass wir niemanden aufgrund des Geschlechts ausschließen oder diskriminieren wollen.

Vereinheitlichung und Anti-Individualismus


Wenn das Gendern in einer Zeitschrift zur verbindlichen Norm erhoben wird, werden dadurch alle Texte in gewisser Weise stilistisch vereinheitlicht. Die Autorinnen und Autoren müssen sich dieser Regel unterordnen und ihr gegebenenfalls einen Teil ihrer individuellen Ausdrucksweise opfern. Ich finde, dass eine solche Vorgehensweise dem Geist einer anarchistischen Zeitung widerspricht. Es sollten verschiedene sprachliche Umgangsweisen mit dem Geschlechter-Problem zugelassen werden und man sollte Beiträge eher danach beurteilen, ob sie inhaltlich der Befreiung des Individuums von aller geschlechtlichen und sonstigen Beschränkung dienlich sind oder nicht.

Was nun?


Wodurch soll aber die Gender-Schreibweise ersetzt werden? Tja, so genau weiß ich das auch nicht. Im Prinzip finde ich es gut, dass es eine allgemeine, geschlechtsneutrale Form gibt, die man verwenden kann, wenn das Geschlecht in dem betreffenden Kontext nicht relevant ist. Nur dummerweise ist diese allgemeine Form im Deutschen zugleich die männliche. Ich habe keinen guten Vorschlag, wie man mit diesem Problem umgehen soll. In meinen eigenen Texten verwende ich normalerweise die männliche/allgemeine Form, darauf hoffend, dass es der Leserin durch den Kontext klar wird, dass hier Frauen und geschlechtlich nicht festgelegte Leute mit gemeint sind. Manchmal streue ich weibliche Formen ein, z.B. bei Aufzählungen: "Die Bewegung setzt sich aus Arbeiterinnen und Bauern, Schülern und Studentinnen zusammen". Wirklich abwechselnd weibliche und männliche Formen zu verwenden, wie ich es in der Crimethinc-Rezension gemacht habe, ist im Grunde auch schon wieder zu pedantisch und umständlich. Ich habe dies als Annäherung an eure Gender-Schreibweise so gemacht, in der Hoffnung, dass der Artikel unbeanstandet durchgeht. Es war ein fauler Kompromiss, der viele der von mir oben ausgeführten Mängel teilt und den ihr natürlich sofort erkannt und beanstandet habt.

Letztendlich ist die Überwindung der vorherrschenden Geschlechterkategorien nicht primär eine sprachliche, sondern vor allem eine praktische Frage. Es braucht eine allgemeine gesellschaftliche Umwälzung, in der sich, zugleich mit allen anderen menschlichen Beziehungen, auch die Verhältnisse der Geschlechter freier und vernünftiger gestalten werden. Im Zuge dieser Umwälzung werden sicher auch neue sprachliche Ausdrucksformen entstehen, die den neuen Verhältnissen angemessen sein werden. Solange es diese Umwälzung oder auch nur eine ernsthafte Bewegung zu ihrer Vorbereitung nicht gibt, bleibt uns wahrscheinlich nur die Wahl, einen Knoten in die Zunge zu bekommen oder sich den Vorwurf gefallen zu lassen, ein wenig patriarchal daher zu reden. Angesichts dieses Dilemmas werbe ich für etwas mehr Toleranz und spreche mich dagegen aus, allgemein verbindliche Sprachregelungen aufzustellen.



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Anarchismus und Kultur

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 27 Dez, 2016 05:53:15
Anarchismus und Kultur?
Schwarze Katze
http://schwarze.katze.dk/texte/a24.html

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