Schwarze Katze

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Lernen, lieben und leben in Freiheit...

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 20 Apr, 2017 07:22:01
Schwarze Katze Flugblatt für eine libertäre Gesellschaft:
Lernen, lieben und leben in Freiheit...
http://schwarze.katze.dk/texte/a01.html



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Contra Info: Übersetzungsnetzwerk für Gegeninformation

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 03 Apr, 2017 13:42:32
Contra Info: Übersetzungsnetzwerk für Gegeninformation

Contra Info ist ein internationales, multilinguales Netzwerk für Gegeninformation und Übersetzungen, eine Infrastruktur, die von AnarchistInnen, Anti-Autoritären und Libertären unterhalten wird, die in den verschiedensten Teilen der Welt aktiv sind.

Das Projekt begann seine Aktivitäten Anfang 2010 in Athen mit dem Ziel, Momente des sozialen Kriegs auf dem vom griechischen Staat kontrollierten Territorium in anderen Sprachen zu verbreiten – und jene aus dem Rest der Welt ins Griechische. Aktionen und ihre multilinguale Dokumentation können jedoch nur effektiv ausgedrückt werden, indem solche territorialen Schranken negiert werden. Daher ließen wir 2011 diesen anfänglichen Ansatz hinter uns und veröffentlichen seitdem Übersetzungen – aber auch Originalmaterial mit Bezug zu verschiedenen Orten – in einem kontinuierlichen Versuch, den vielschichtigen anarchistischen Angriff auf das Existierende von überall auf der Welt zu verbreiten.

Contra Info ist weder eine Organisation noch eine politische Bezugsgruppe. Die GefährtInnen und Kollektive, die in unserem Netzwerk mitwirken, interagieren untereinander in einer selbstorganisierten, anti-hierarchischen Art und Weise und ermöglichen so die größtmögliche Unterstützung für anarchistische und revolutionäre Tendenzen in den jeweiligen Kontexten. Jede/r Mitwirkende von Contra Info kommt aus einem unterschiedlichen Hintergrund und vertritt seine/ihre eigene spezifische Analyse und ein bestimmtes Verständnis eines grenzenlosen Kampfes für die individuelle und kollektive Emanzipation von jeder Form der Knechtschaft. Wir sind jedoch weder DemokratInnen noch verstehen wir Gegeninformation als Plattform, die es mitunter erlaubt, dass AnhängerInnen des Staates, PatriotInnen aller Sorten, JournalistInnen oder jede Art von Lakaien der Herrschaft die Möglichkeit bekommen, ihre unterdrückende Propaganda auszuspeien. Wir sind erklärte Feinde jeder Form des Nationalismus, Sexismus, Rassismus, Etatismus, Kapitalismus, Reformismus oder anderer autoritärer Auffassungen. Wir lehnen Vaterländer/Mutterländer, Patriarchat, Religion und Traditionalismus ab und richten uns gegen das techno-industrielle System und Ausbeutung, gegen Staat und Kapital, gegen das Gesetz. Wir kämpfen für die Zerstörung der Knastgesellschaft, für tatsächliche Solidarität mit den Geiseln des sozialen Kriegs und für die Befreiung von Mensch, Erde und Tier.

Wir nehmen gerne originale Kommuniqués von direkten Aktionen, Updates von den Straßen, offene Briefe von inhaftierten oder verfolgten KämpferInnen, Fotos, Videos, Poster, Broschüren und so weiter entgegen. Unabhängig davon, ob wir mit den geäußerten Ansichten im starken Widerspruch stehen, werden wir das Wort gern verbreiten.

Wir glauben, dass diverse Aktionen und Meinungen von AnarchistInnen oder würdevollen RebellInnen weltweit nur jenseits von Sektierertum und Exklusion ausgedrückt werden können. Daher ist Gegeninformation für uns eine Waffe, die die Koexistenz von Individuen und Kollektiven ermöglicht und eine Diversität von Theorie und Praxis für die Freiheit befördert – unabhängig von den Polemiken, die auf lokaler oder internationaler Ebene zwischen den verschiedenen Tendenzen der Anarchie ausbrechen mögen. Darüber hinaus verstehen wir die Funktionen eines Gegeninformationsmediums auf eine nicht-zentralisierte Weise, ebenso sehr glauben wir auch, dass verwandte Websites sich untereinander verbinden sollten und dadurch die Komplementarität untereinander gestärkt wird, um Aktivitäten in eigener Verantwortung zu schaffen anstatt Nachahmungsversionen von anderen Projekten zu werden.

Dieses Projekt ergänzt und unterstützt ein weites anarchistisches Netzwerk und befreundete Unternehmungen weltweit (Websites, Radios, Verlage, usw.) mit dem Ziel, mindestens eine kleine, informelle Kommunikation unter jenen aufzubauen, die ihre Energie für die Verbreitung von Gegeninformationen jenseits von nationalen und linguistischen Grenzen geben.

Die verschiedenen Blogs von Contra Info stellen ein und dasselbe Projekt dar – mit einem besonderen Fokus auf Übersetzungen. Seit Beginn unserer Online-Aktivität lehnen wir es ab, Nachrichten zu verbreiten, die von kommerziellen Quellen und Medien stammen und die herrschende Ideologie ausdrücken. Desweiteren setzen wir bei unserem Material keine Prioritäten; die jeweilige Eigendynamik und der Gegeninformationsfluss entwickeln sich fern von Spezialisierungen aus zufälligen Initiativen, stetigen Beiträgen und den jeweiligen Interessen der Teilnehmenden und Beitragenden. Wenn wir Wissen aus erster Hand über Ereignisse haben, versuchen wir sie im Original zu übermitteln. Zumeist kopieren wir jedoch keine Texte, ob wir nun denken, dass sie wichtig oder interessant sind oder nicht; auch dann nicht, wenn wir sie übersetzen wollen oder bereits in eine andere Sprache übersetzt haben. Unter der Nennung der Quelle kommt es aber auch vor, dass wir Materialien weiterverbreiten, jedoch nur, wenn wir zu der Information etwas hinzuzufügen haben oder denken, dass ein bestimmtes Thema nicht breit genug zirkuliert bzw. es von extremer Dringlichkeit ist. Andererseits posten wir gerne Originaltexte, Übersetzungen und andere Materialien, wenn wir sie direkt erhalten, und solange der Inhalt mit unseren „Moderationskriterien“ übereinstimmt. Wir schätzen es ebenso, wenn Menschen uns Texte oder Links zu unserer Information weiterleiten. Wenn exakt dieselben Informationen bereits auf anderen, uns befreundeten Webseiten, verbreitet wurden, sehen wir einfach keinen praktischen Sinn darin, sie zu reproduzieren.

Wir ermutigen Individuen, Gruppen und Initiativen weltweit, uns ihr Feedback zu senden und unser Netzwerk mit ihrer aktiven Teilnahme zu unterstützen.

Unsere herzlichsten Grüße gehen raus an alle anarchistischen Gefangenen und kämpfenden InsassInnen weltweit und an all jene, die für die bedingungslose Freiheit innerhalb und außerhalb der Knastmauern kämpfen, ohne sich vor den Dienern der Macht zu beugen.

Wut und Bewusstsein!
Contra Info
März 2015

Contra Info -> https://de-contrainfo.espiv.net/



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Gai Dao 75 mit einem besonders schönen Titelbild

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 02 Mär, 2017 05:41:24
Die Gai Dao # 75 vom März 2017 hat diesmal ein besonders schönes Titelbild. Wie ihr sehen könnt, hat sich dieses mal eine anarchistische Katze auf das Cover geschlichen und scheint ziemlich wütend zu sein. Gründe hierfür gibt es ja leider immer noch mehr als genug... Wir schließen uns ihr deshalb an - in kollektiver und individueller Empörung über die Missstände dieser Welt! Denn auch wir haben keinen Bock auf Ausbeutung, Herrschaft und repressive Verhältnisse! - egal ob auf der Straße, bei der Arbeit, in der Familie, in der Bar, an der Uni oder sonstwo.


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Gießener Landbote

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 01 Mär, 2017 07:40:56
Der Gießener Landbote

Termine, Aktivitäten und Projekte für eine bessere Welt. Ja, echt!

Menschen aus Stadt und Kreis Gießen berichten über Projekte und Aktionen - und laden damit alle anderen ein, mitzumachen oder eigene Ideen zu entwickeln. Und zwar egal, ob sie sich als „Einheimische“ fühlen oder zugezogen sind ... aus der Wetterau, dem Vogelsberg, Niedersachsen oder Polen, Syrien oder Schlesien, Erfurt, Mali oder irgend einer anderen Ecke dieser Welt. Ebenso ist egal, in welchem der 60 Facebook-Geschlechter (oder vergessener weiterer) Ihr Euch wohl fühlt, ob Ihr rote oder grüne Pullover, langes, kurzes oder gar kein Haar tragt, durch braune oder blaue Augen auf diesen Text schaut, Sommersprossen Euer Gesicht zieren oder nicht. Unsere Welt ist bunt, denn: Kein Mensch ist illegal!

Die jeweils aktuelle Ausgabe vom Gießener Landboten gibt es zum Download:
http://www.giessener-landbote.de


Die Texte der aktuellen Ausgabe März/April 2017:

1: Gegen die Strafbarkeit des Containers
Ab Mitte März soll bundesweit gegen die Strafbarkeit des „Containern“ und des Wühlens im Sperrmüll protestiert werden. Höhepunkte sind eine ePetition (bitte dann unterzeichnen!!!) und eine Aktionswoche in Aachen mit Strafprozess am 11.4. Alles weitere auf http://242.blogsport.de.

2: Verkehrsutopie: Gießener Innenstadt ohne Autos
Streiten für eine Flaniermeile, Fahrradstraßen, Nulltarif und Straßenbahnen. Unsere Aktionen:
*Freebikes: An verschiedenen Orten in der Stadt Stationen mit Fahrrädern, die unkommerziell genutzt werden können. To do: an Fahrrädern schrauben, Plätze für Stationen suchen usw. Kontakt: kalle(ätt)projektwerkstatt.de.
*Critical Mass: Zweimal im Monat im Stadtgebiet radeln und für eine fahrradfreundliche Stadt werben. Ab und zu danach Treffen zum Weiterdiskutieren über Aktivitäten zum Verkehr in Gießen.
*Basteln an der Verkehrsutopiekarte: Ihr findet sie nebst Infos auf http://www.projektwerkstatt.de/verkehr/giessen.html
*Aktions-Schwarzfahren: Fahren ohne Ticket, aber mit Hinweisschild und Flyer - Durchsetzen der Straffreiheit vor Gericht. Informiert euch & macht mit: http://www.schwarzstrafen.tk.

3: Lebensmittel-Fairteiler im Seltersweg
Idee ist, einmal pro Woche mit geretteten Lebensmitteln (als Teil von Foodsharing Gießen) durch den Seltersweg zu ziehen und Essen zu verteilen - angemeldet als Demo, um rundherum noch Aktionen, Durchsagen, Musik, Kreidemalereien, Theater usw. zu machen je nach Lust und Laune. Beim Treffen wollen wir drüber reden, wie wir das in Gang bringen.

4: Moloch-Konzerne wie Amazon, eBay, etc. in den wohlverdienten Ruin treiben?
Brainstorming zu Alternativen, Weiterentwicklung von bestehender Internetplattform zu profitfreier Schenk-, Tausch- und Kleinhändlerbörse. Termin folgt online auf Landboten-Webseite.

5: utopisch wirtschaften
Gemeinsame Debatte führen, öffentlichkeitswirksame Aktionen, konkrete Projekte angehen. Kontakt: kalle(ätt)projektwerkstatt.de.

6: Anti(zwangs)psychiatrie
Sich treffen, austauschen, gemeinsam aktiv werden - in und um Gießen/Wetzlar und im Oktober 2017 beim Weltpsychiaterkongress in Berlin.

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Warum mir die Gender­ Schreibweise nicht gefällt

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 02 Jan, 2017 05:46:29
Warum mir die Gender­ Schreibweise nicht gefällt
Josef Swoboda
gai dao # 72


Anmerkung: Es ist in der Gai Dào üblich, Personenbezeichnungen mit * zu gendern. Der Autor dieses Artikels hat für die Gai Dào eine Rezension geschrieben und dabei statt der
Sternchen-Schreibweise abwechselnd weibliche und männliche Formen verwendet. Dies wurde von Menschen aus der Redaktion jedoch kritisiert. Daraus entstand eine Diskussion, zu der der folgende Text ein Beitrag ist. ---- Ziel unserer Bemühungen in Bezug auf die Geschlechterfrage sollte es sein, dass das Geschlecht bzw. die sexuelle Orientierung einer Person für deren gesellschaftliche Rolle komplett irrelevant wird. Dass man also nicht länger zuerst als Frau, Mann, Lesbe usw. wahrgenommen, in bestimmte Schubladen gesteckt und dadurch in seinen Handlungsmöglichkeiten festgelegt und eingeschränkt wird. So würde wirkliche Individualität überhaupt erst ermöglicht.

Wenn man die heutige Situation mit der vor 50 oder 100 Jahren vergleicht, sind die westlichen Gesellschaften diesem Ziel schon ein Stück näher gekommen - wenn es auch noch lange nicht erreicht ist. Wahrscheinlich kann es auch ohne die Überwindung des Kapitalismus und der Herrschaft allgemein gar nicht erreicht werden. Jedenfalls scheint mir die in der Gai Dào und in anderen Szenepublikationen verwendete Gender-Schreibweise kein sinnvolles Mittel zu sein, um diesem Ziel - der Überwindung von Einschränkungen der individuellen Handlungsmöglichkeiten aufgrund des Geschlechts - näher zu kommen.

Verewigung von Identitäten

Erstens missfällt mir an der Gender-Schreibweise, dass sie geschlechtliche Identitäten betont und hervorhebt, was deren Überwindung entgegen zu wirken scheint. In bestimmten Kontexten kann eine solche Hervorhebung sinnvoll sein. Wenn z.B. eine Wissenschaftlerin in einem Krankenhaus einen Vortrag hält und diesen mit "liebe Ärztinnen und Ärzte" beginnt, so stellt sie damit klar, dass in einem in der öffentlichen Wahrnehmung immer noch als "männlich" gesehenen Berufsstand auch viele Frauen arbeiten und dass sie sich selbstverständlich an alle Anwesenden wendet. Wenn sie aber nun im weiteren Fortgang ihrer Rede bei jeder Erwähnung der Berufsbezeichnung durch entsprechende Gender-Formulierungen herausstellt, dass es davon männliche und weibliche Vertreter und auch solche gibt, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen, dann kippt die anfängliche Intention ins Gegenteil. In dem Vortrag geht es ja um medizinische Fachfragen, für die das Geschlecht überhaupt keine Rolle spielt. Anstatt zur Abschaffung trägt man so eher zur Aufrechterhaltung der Geschlechterdifferenz bei. Noch deutlicher wird diese Tendenz bei in letzter Zeit modischen Begriffen wie "FLTI" oder "LGBT". Für letztere - "lesbians, gays, bisexuals, transgender" - gab es früher das schöne Wort "queer": Hier war jeder angesprochen, der, aus welchen Gründen auch immer, nicht in das vorherrschende heterosexuelle Raster passte. Aus irgendwelchen Gründen wurde diese Bezeichnung aber durch dieses sperrige Kürzel ersetzt, welches anscheinend sicher stellen soll, dass jede Sonderidentität auch als solche gewürdigt wird. Anstatt der Abschaffung des Schubladendenkens haben wir es hier also mit einer Multiplikation der Schubladen zu tun!

Bürokratismus


Zweitens erinnern mich Texte mit Gender-Schreibweise immer ein wenig an Formulare, wie man sie auf Ämtern bekommt. Das Gendern verkompliziert die Formulierung, ist im Schriftbild unschön und in der gesprochenen Sprache holprig. Um zuverlässig auszuschließen, dass sich an irgendeiner Stelle jemand ausgeschlossen fühlt, wird auf Flüssigkeit und sprachliche Eleganz verzichtet. Bürokratische Texte vom Jobcenter, der Krankenkasse etc. sind so formuliert, damit spitzfindige Advokaten in ihnen keine Lücken entdecken, durch die sie die Intention des Textes aushebeln und Vorteile für ihren Mandanten herausschlagen können. Ich denke, unsere Vorstellung von Emanzipation sollte nicht die der Rechtsanwälte sein. Lasst uns andere Wege finden, um klar zu machen, dass wir niemanden aufgrund des Geschlechts ausschließen oder diskriminieren wollen.

Vereinheitlichung und Anti-Individualismus


Wenn das Gendern in einer Zeitschrift zur verbindlichen Norm erhoben wird, werden dadurch alle Texte in gewisser Weise stilistisch vereinheitlicht. Die Autorinnen und Autoren müssen sich dieser Regel unterordnen und ihr gegebenenfalls einen Teil ihrer individuellen Ausdrucksweise opfern. Ich finde, dass eine solche Vorgehensweise dem Geist einer anarchistischen Zeitung widerspricht. Es sollten verschiedene sprachliche Umgangsweisen mit dem Geschlechter-Problem zugelassen werden und man sollte Beiträge eher danach beurteilen, ob sie inhaltlich der Befreiung des Individuums von aller geschlechtlichen und sonstigen Beschränkung dienlich sind oder nicht.

Was nun?


Wodurch soll aber die Gender-Schreibweise ersetzt werden? Tja, so genau weiß ich das auch nicht. Im Prinzip finde ich es gut, dass es eine allgemeine, geschlechtsneutrale Form gibt, die man verwenden kann, wenn das Geschlecht in dem betreffenden Kontext nicht relevant ist. Nur dummerweise ist diese allgemeine Form im Deutschen zugleich die männliche. Ich habe keinen guten Vorschlag, wie man mit diesem Problem umgehen soll. In meinen eigenen Texten verwende ich normalerweise die männliche/allgemeine Form, darauf hoffend, dass es der Leserin durch den Kontext klar wird, dass hier Frauen und geschlechtlich nicht festgelegte Leute mit gemeint sind. Manchmal streue ich weibliche Formen ein, z.B. bei Aufzählungen: "Die Bewegung setzt sich aus Arbeiterinnen und Bauern, Schülern und Studentinnen zusammen". Wirklich abwechselnd weibliche und männliche Formen zu verwenden, wie ich es in der Crimethinc-Rezension gemacht habe, ist im Grunde auch schon wieder zu pedantisch und umständlich. Ich habe dies als Annäherung an eure Gender-Schreibweise so gemacht, in der Hoffnung, dass der Artikel unbeanstandet durchgeht. Es war ein fauler Kompromiss, der viele der von mir oben ausgeführten Mängel teilt und den ihr natürlich sofort erkannt und beanstandet habt.

Letztendlich ist die Überwindung der vorherrschenden Geschlechterkategorien nicht primär eine sprachliche, sondern vor allem eine praktische Frage. Es braucht eine allgemeine gesellschaftliche Umwälzung, in der sich, zugleich mit allen anderen menschlichen Beziehungen, auch die Verhältnisse der Geschlechter freier und vernünftiger gestalten werden. Im Zuge dieser Umwälzung werden sicher auch neue sprachliche Ausdrucksformen entstehen, die den neuen Verhältnissen angemessen sein werden. Solange es diese Umwälzung oder auch nur eine ernsthafte Bewegung zu ihrer Vorbereitung nicht gibt, bleibt uns wahrscheinlich nur die Wahl, einen Knoten in die Zunge zu bekommen oder sich den Vorwurf gefallen zu lassen, ein wenig patriarchal daher zu reden. Angesichts dieses Dilemmas werbe ich für etwas mehr Toleranz und spreche mich dagegen aus, allgemein verbindliche Sprachregelungen aufzustellen.



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Anarchismus und Kultur

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 27 Dez, 2016 05:53:15
Anarchismus und Kultur?
Schwarze Katze
http://schwarze.katze.dk/texte/a24.html

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Auf die Barrikaden auf flämisch

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 25 Dez, 2016 11:35:07
Feiertag zur Gründung der anarchosyndikalistischen Internationalen

Am 25.12.1922, wurde die IAA (Internationale Arbeiter Assoziation) als syndikalistische Internationale in Berlin gegründet. Seitdem ist dieser Tag ein Feiertag.

Deshalb zur Feier des Tages die Hymne der IAA - Auf die Barrikaden - in der flämischen Version: https://www.youtube.com/watch?v=1Y6LfxA70MI

Die deutsche Version von A las barricadas gibt es von Geigerzähler:
https://www.youtube.com/watch?v=OsVp7o7Mb9E

Symbol der IAA



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Bericht zur anarchistischen Kiezdemo durch die Dortmunder Nordstadt am 04.11.16

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 07 Nov, 2016 05:08:49

Am 04.11. fand in der Dortmunder Nordstadt eine anarchistische Kiez-Demonstration, angeführt von einem kleinen Frauen* Lesben* Trans* und Inter* Block, mit zu Höchstzeiten 80 Teilnehmer*innen statt. Von 15.00-16.00 Uhr gab es vor dem anarchistischen Buch- und Kulturzentrum – Black Pigeon – eine Standkundgebung, zu der sich nach und nach mehr Menschen gesellten. Ein Jingel des anarchistischen Radios Berlin, welches auf 4 Sprachen (Englisch, Deutsch, Kurdisch, Spanisch) aufgenommen wurde machte den Anfang. Danach folgte ein Redebeitrag der queerfeministischen Gruppe Lila Lautstark, eine Rede vom Mieterverein Dortmund und eine der Schwarzen Ruhr Uni. Ausgerechnet bei der sehr interessanten Rede des Mietervereins Dortmund streikte leider zwischendurch etwas die Technik, wodurch die Botschaft der Rede nicht ganz rübergebracht werden konnte. Bis auf diesen Zwischenfall leistete das Lauti-Fahrrad aber gute Dienste.

Ab 16.00 Uhr zog die Demonstration dann einmal quer durch die Nordstadt zum Borsigplatz und über einen anderen Weg wieder zurück zum Black Pigeon. Die Route war mit über 2 Stunden Fußweg zwar sehr lang, aber gut gewählt. Fast alle selbstorganisierten Projekte und viele weitere interessante Orte konnten so besucht werden. Denn während der Demonstration gab es viele Beiträge zu selbstorganisierten Projekten von unten, problematischen Einrichtungen, Gedenksteinen und immer wieder wurden Ereignisse, welche sich in der Geschichte oder Gegenwart zugetragen haben, beschrieben. Zu Folgendem gab es Rede-Beiträge über den Lauti, die während der Demozug lief vorgelesen wurden: Rekorder (echt selbstorganisiert!), Kirchen, faschistische Farbattacke auf Haus in der Kirchstraße, ehemaliges Gestapo Gefängnis “Steinwache”, Gedenkstein für die durch den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) ermordeten Menschen, Train of Hope (war echt selbstorganisiert!), Jobcenter, Linienstraße, Porno-Kino, Nordwache, Spielhallen/Wettbüros, zu 2 Scheinbesetzungen (echt selbstorganisiert!), Geflüchteten-Heim in der kurz besetzen Kirche in der Braunschweigerstraße, Avanti Besetzungen (St. Albertus Magnus Kirche, ehemaliger Aldi/Lidl, Kirche in der Braunschweigerstraße) (echt selbstorganisiert!), einem neuen echt selbstorganisiertem Projekt in der Nordstadt “Tante Albert”, Mega Zoo, Velokitchen (echt selbstorganisiert), Langer August (echt selbstorganisiert!), das KCR – schwulen und Lesebenzentrum (echt selbstorganisiert!), Bullen-Repression am Nordmarkt, Kneipe “Fink” am Nordmarkt, den “Blutsonntag” am 16. Oktober 1932, Kana Suppenküche (echt selbstorganisiert!), Grünbau, Nordpol (echt selbstorganisiert!), Mehmet Kubaşık, kleine Programmkinos. Dadurch konnte ein lebendiger Eindruck über die Geschehnisse in der Nordstadt vermittelt werden.

Besonders bewegend war es, durch die Enscheder Straße vorbei an der St. Albertus Magnus Kirche zu laufen, welche vor zwei Jahren für eine Woche besetzt wurde und die seit 1993 die erste ernst gemeinte Besetzung in Dortmund war. Direkt, als wir in die Straße einbogen, flammte die Avanti Parole “Avanti lebt! Avanti kämpft!” auf. Es war toll, sich in einem kollektiven Rahmen an die wunderschöne Woche in der Kirche zu erinnern. Die Bullen stellten sich vor der Kirche provokativ auf, als befürchteten sie eine neue Besetzung. Für kurze Zeit war die Luft wie elektrisiert. Als dann noch ein paar Nachbar*innen sich solidarisch mit der Demonstration zeigten, welche die Besetzung anscheinend in guter Erinnerung behalten haben, war der Moment perfekt. Wir können immer wieder kommen, vielleicht sind die nächsten Häuser ja schon vermessen?

In einer Auflage von circa 600 Stück wurde, solange der Vorrat reichte, von 3-4 Menschen gleichzeitig der Schwarze Docht zum Thema “Nordstadt von unten verändern!” verteilt. Dadurch, dass mehr als 2 Leute Straßenzeitungen verteilten, entwickelten sich am Rande Gespräche über Inhalt der Demonstration. An verschiedenen Orten wurden Schilder befestigt wie z.B. vor dem Kaufland “Hier könnte ein Umsonstladen sein”, vor einem leerstehenden Haus “Hier könnte ein soziales Zentrum sein”, oder vor dem Porno-Kino “Hier könnte ein Kino für alle sein”. An der Nordwache flogen ein paar Trinkpäckchen in die Richtung der davor parkenden Polizeiautos. Wohl, um sich solidarisch zu erklären mit dem Betroffenen von Bullenrepression, welcher vor einigen Wochen ein Trinkpäckchen auf ein Bullen-Auto geworfen hatte. Im Zuge dieser Aktion wurde die Person festgenommen, erfreulicherweise solidarisierten sich spontan über 100 Menschen mit dem Trinkpäckchen-Werfer, so dass die Bullen schleunigst unter einem Flaschenwurf den Rücktritt antraten. Für mehr Trinkpäckchen gegen Bullenwagen!

Die Demonstration verlief ohne Störungen von Bullen oder Faschisten. Die Bullen versuchten im Vorfeld der Demonstration die Route zu verändern und am Tag der Demo überlegten sie offen, ob wir nicht doch eher auf dem Gehweg laufen sollten. Außerdem fühlten sie sich des öfteren von Rufen aus der Demonstration gegen sich selbst gestört. Die Route konnte bis auf eine kleine Veränderung gelaufen werden, wir sind ganz normal auf der Straße gelaufen und Parolen gegen Bullen gab es an passenden Stellen in angebrachtem Umfang reichlich!

Parallel zu unserer Demo fand eine Kundgebung von kurdischen Genoss*innen wegen der Verhaftungswelle von HDP Politiker*innen in der Türkei statt. Unsere Demonstration sprach sich solidarisch aus, welches auch durch wiederholte “Solidarität mit Rojava – Weg mit dem Verbot der PKK!” unterstrichen wurde.

Insgesamt sind wir zufrieden mit der Aktion! Klar, wir waren echt wenig Leute, aber damit haben wir bereits gerechnet, da uns im Vorfeld viele Genoss*innen aufgrund des Zeitpunkts absagten. Dies konnte auch ein verzögertes Loslaufen am Anfang nicht mehr ändern. Leider sind wir auch trotz des frühen Zeitpunkts der Demo einen nicht unerheblichen Teil der Strecke im Dunklen gelaufen, was nicht unser Ziel war. Stark bedauern tun wir, dass der Redebeitrag von Refugees Welcome Dortmund leider nicht auf der Demo vorgetragen wurde. Von den Gefährt*innen konnte leider niemand an der Demo teilnehmen, eigentlich sollte der Beitrag nach der Demo dennoch gehalten werden. Dies kam aber nicht zu Stande, weil nach 3 Stunden Kundgebung und Demo die Luft am Ende einfach raus war. Eigentlich wurde die Rede als Ausklang ans Ende gesetzt, weil wir sie sehr passend und wichtig fanden. Bitte lest sie euch also dann hier im Nachhinein durch! Schön war, dass zumindest einzelne Nachbar*innen, außerhalb des anarchistischen Spektrums ihren Weg auf die Demo gefunden haben. Auch wenn da natürlich noch sehr, sehr viel Luft nach oben ist. Generell haben wir die Kiezdemo zu keinem Zeitpunkt als eine breit aufgestellte Aktion betrachtet. Das Ganze war eine explizit anarchistische Demonstration, in der wir viele Thematiken aus unserer Sicht schildern wollten, die die Nordstadt betreffen. Zu keinem Zeitpunkt hatten wir den Anspruch, bzw. haben ihn auch nicht formuliert, dass diese Aktion von breiten Kräften getragene war/wird. Nicht, weil wir das ablehnen würden, sondern einfach, weil das der Rahmen war, den wir uns für die Aktion gesetzt hatten und so sind auch vorallem Menschen aus dem explizit anarchistischen Spektrum gekommen. Nichts spricht jedoch dagegen für die Zukunft mal eine Kiezdemo zu machen, die von allen Akteur*innen von unten in der Nordstadt gleichberechtigt organisiert wird.

Wir denken, dass wir in vielerlei Hinsicht aus einem üblichen Demotrott ausbrechen konnten und unsere Inhalte recht gut transportiert bekommen haben. Wichtig zu betonen ist aber auch, dass wir im Rahmen der Aktion auch viele Probleme vor Allem in der Umsetzung unserer Ideen erkannt haben. Außerdem werden wir wohl- außer es läst sich garnicht vermeiden nie- mehr eine Demonstration unter der Woche zu dieser Uhrzeit organisieren.

Jetzt gilt es wieder, die alltägliche Arbeit und den Kampf von unten weiterzuführen. Die Kiezdemo ist ja nur ein Ausdruck von den Bemühungen, die jeden Tag stattfinden. Wir denken, dass das antiautoritäre Spektrum in der Nordstadt auf einem wirklich guten Weg ist, auch abseits von der Szene eine Perspektive zu entwickeln, welche für viele Menschen interessant sein kann. Dabei wollen und werden wir uns den vielen Freund*innen, welche auch von unten arbeiten, aber sich nicht als Teil der anarchistischen Bewegung begreifen, nicht verschließen. Es wird immer wieder Momente und Projekte geben, bei denen Menschen zusammenkommen aus unseren Zusammenhängen, um dann festzustellen: Gemeinsam haben wir die Kraft, die Nordstadt von unten zu verändern!

einige Anarchist*innen aus Dortmund


Rede der Refugees Welcome Dortmund:

Die Nordstadt ist kulturell vielfältig geprägt. Hier findet Leben auf der Straße statt. Hier gibt es viele verschiedene Communities. Viele lieben dieses Viertel deswegen. Es war schon immer ein Arbeiter_innenviertel und von Zuzug aus ganz Europa und der ganzen Welt geprägt. Angehörige der Oberschicht sind hier selten zu treffen. Neben dem Bezug zur einer Community, führt auch der erschwerte Zugang zu Wohnraum dazu, dass viele Menschen Wohnungen in der Nordstadt suchen. Aber auch hier hat die antiziganistische Stimungsmache gegen “Bulgaren und Rumänen” in den letzten Jahren großen Raum eingenommen. Während das Thema inzwischen für viele weniger präsent ist, hat sich die (Wohn-)Situation für Menschen, die aufgrund dieser Rassismen auch in der Nordstadt keinen würdigen Wohnraum finden, nicht verbessert.

Auch Studierende finden hier noch günstigen Wohnraum. Ein Zuzug der weißen Mittelschicht hat in den letzten Jahren merklich zugenommen. Auch die neu entstandenen linken Räume, wie der nordpol oder das Black Pigeon sind ein Result dieser Entwicklung. Es muss gelingen in der Nordstadt eine gemeinsame Bewegung aller progressiven Kräfte zu schaffen. Das Verharren in dem eigenen Milieu, das Aufgreifen vom Vorurteil der übergriffigen Araber, des Drogen dealenden Schwarzen, der klauenden Romabanden und sonstigen Rassismen, das abwertende Verhalten gegenüber Wohnungslosen, die Angst vor dem Fremden. Das alles hindert uns die Nordstadt zu einem besseren Ort zu machen.

In der öffentlichen Wahrnehmung ist die Nordstadt meist immer noch ein Problemviertel. Geprägt von Kriminalität, Gewalt und Ausländern. Betrieben wird diese Hetze von Polizei über Parteien bis hin zu pseudofortschrittlichen Onlinemedien. Es werden Vorurteile gegenüber den Bewohner_innen der Nordstadt geschürt.

Wie in allen Teilen der Welt treten auch in der Nordstadt Konflikte auf. Diese treten hier wegen der Benachteiligung ihrerer Bewohner_innen durch Gesellschaft und Staat stärker und häufiger in der Öffentlichkeit auf. Vor allem aber deswegen, weil Polizei und andere stadtpolitische Akteur_innen alles versuchen um ein Drohszenario aufzubauen. Das tun sie um Maßnahmen gegen Menschen, die ihrer politischen Idee nach ein Problem sind, vorzugehen. Obdachlose, HartzIV-Empfänger_innen und als Ausländer gekennzeichnete Menschen waren schon immer Ziel von Angriffen des deutschen Staates und den konservativen Kräften der deutschen Gesellschaft.

Auch Geflüchtete suchen in der Nordstadt, wie ebenfalls in anderen Stadtteilen Dortmunds, ein neues Zuhause. Hierbei stoßen sie auf Ablehnung nicht nur bei Weißen, sondern auch in Teilen der bereits etablierten migrantischen Communities. Besonders schlimm sind jedoch die regelmäßigen gewalttätigen Angriffe von Polizist_innen, wenn Geflüchtete, vor allem Schwarze, zu deutlich in der Öffentlichkeit präsent sind. Polizei, Ordnungsamt und Stadtpolitik möchten sie mit allen Mitteln dazu bewegen Deutschland, oder zumindest Dortmund, zu verlassen. Ohnehin sind Geflüchtete von besonderer Ausgrenzung betroffen. Oft müssen sie in Lagern leben und werden besonders ablehnend behandelt und von der Gesellschaft isoliert. Auch in der Nordstadt sind Lager meist so angelegt, dass sie keine Nachbarschaft haben und eine Kontaktaufnahme kaum stattfindet. Oft genug lassen wir zu, dass mitten unter uns ein Lagerleben und eine Ghettoisierung geschaffen wird. Auch radikale Linke nutzen Labels wie „Refugees Welcome“ und „Kein Mensch ist illegal“. Aber in den seltensten Fällen wird Kontakt zu Geflüchteten in Lagern aufgenommen. Während sich auf eine politische Solidarisierung zurückgezogen wird, statt eine praktische Solidarität zu leben, verstehen sich viele Unterstützungskreise und Wohlfahrtsverbände vor Ort nur als Helfer*innen und blenden allzu oft die politische Dimension aus. Für eine Zukunft in Freiheit für alle, muss schon heute solidarische Praxis gelebt werden. Dafür darf die Erkenntnis, dass eigene Privilegien auf Verhältnissen basieren, die wir angreifen wollen, nicht nur ein Lippenbekenntnis bleiben! Im Moment entsteht an der Braunschweigerstraße in der Nähe des Nordmarktes ein neues Lager für Geflüchtete. Hier und in den anderen Lagern müssen wir präsent sein und Kontakt mit den Geflüchteten suchen!

Gemeinsam heißt es für eine Stärkung linker Ideen und einem solidarischen Miteinander in der Nordstadt zu arbeiten. Auf geht’s in eine bessere Welt!

Nordstadt von unten verändern!

anarchistische Demo in Dortmund-Nord am 04.11.16

Transpi

vor der ARGE Dortmund

vor Kaufland Dortmund

Demo durch den Dortmunder Norden

Organisiert euch!

Selbstorganisiert

Banner vom Anarchistischen Forum Ostwestfalen Lippe

Freie ArbeiterInnen Union

Grenzen von der Karte streichen - Staaten müssen Menschen weichen!

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Was ist Indymedia?

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 06 Nov, 2016 04:51:16
Mission Statement
Was ist Indymedia? / Grundsätze

Was ist Indymedia?

Indymedia Deutschland versteht sich als ein multimediales Netzwerk unabhängiger und alternativer Medien, MedienmacherInnen, engagierter Einzelpersonen und Gruppen. Es bietet offene, nichtkommerzielle Berichterstattung sowie Hintergrundinformationen zu aktuellen sozialen und politischen Themen. Bereits bestehende alternative Strukturen sollen dadurch in ihrer Arbeit unterstützt werden. Das Projekt ist selbst wiederum Teil der internationalen Medienvernetzung indymedia.

Wie entstand die Idee von indymedia?

Seit dem Ende des kalten Krieges ist es zu einer nie dagewesenen Zusammenballung etablierter Medienmacht gekommen. Medienkonzerne verbreiten über unzählige Kanäle ihre vielfach durch politische u./o. wirtschaftliche Interessen gefärbten Informationen und konstruieren somit Kraft ihrer Definitionsmacht ein Bild der Realität, das teilweise in krassem Gegensatz zu einer von vielen Menschen ganz anders erlebten Wirklichkeit steht.

Dies erschwert weltweit die Arbeit verschiedenster AktivistInnengruppen, deren Einsatz für mehr Gerechtigkeit von den grossen Medien systematisch übersehen und deren Anliegen u. Aktivitäten gefiltert, verzerrt oder gar nicht dargestellt werden - solange es nicht 'ins Bild passt'.

Um solch massive 'Lücken', die jede komplexere Wahrheitsfindung verhindern, auszufüllen, begannen Menschen in den verschiedensten Teilen der Erde alternative Informationskanäle u. Verbreitungswege aufzubauen wie z.b. Untergrundmagazine, freie Radio- u. Fernsehsender, unabhängige Filmproduktionen etc.

Diese Ansätze zu vernetzen und dadurch auch in ihrer globalen Gegenpräsenz zu verstärken war dann einer der Hauptgedanken, die zur Entstehung von indymedia führten.

indymedia/IMC trat unter diesem Namen und den damit verbundenen Medienstrategien (wichtige Schwerpunkte: Internet / Open Posting ) im November '99 in Seattle anlässlich der Proteste gegen die WTO und globalen Kapitalismus an die Weltöffentlichkeit, indem die IMC-Seite während dieser Zeit eine minutiöse Berichterstattung von AktivistInnen über das Geschehen vor Ort lieferte.

Das Internet bot hier die Möglichkeit, unabhängig vom einzelnen Individuum einen massiven Informationsfluss zu koordinieren, eine Diskussionsplattform zu bieten und somit in Kooperation mit anderen Medienkanälen grösstmögliche Öffentlichkeit zu schaffen.

Seitdem entstanden v.a im Zusammenhang mit politischen Grossveranstaltungen weltweit immer mehr neue indymedia-Zentren, die sowohl regional als auch international alternatives Nachrichtenmaterial veröffentlichen.

Auch die Gründung eines IMC in Deutschland ist stark mit den aus Prag ( 26.9.00, globaler Aktionstag gegen die IWF- und Weltbanktagung) mitgebrachten Eindrücken und Erfahrungen hiesiger AktivistInnen verknüpft. Wo liegt der politische Ansatz von indymedia im Gegensatz zu den Mainstreammedien?

indymedia Deutschland versteht sich als ein emanzipatorisches, unabhängiges Mediennetzwerk ohne kommerzielle Interessen - hier ist die Information kein Modethema, keine 'Handelsware' mit Marktwert - mit dem zentralen Ansatz, Gegenöffentlichkeit zu schaffen, indem die Menschen an der gesellschaftlichen Basis DIREKT zu Wort kommen; darum ist auch das Open Posting ein so wichtiger Bestandteil der Idee.

Diese Form des direkten Zugriffs öffnet die Grenze zwischen KonsumentInnen und ProduzentInnen, verstärkt das - von den vorherrschenden Informationsstrukturen weitgehendst unangesprochene... - Bewusstsein der Menschen in Bezug auf ihr gesellschaftliches Mitsprache- und Mitgestaltungsrecht und kann somit effektiv zu emanzipatorischen Veränderungsprozessen sowohl inner- als auch ausserhalb der Medienlandschaft beitragen.

Alle Beteiligten handeln eigenverantwortlich! Mitgliedschaften oder interne Hierarchien/Führungsstrukturen, wie in anderen Organisationen, widersprächen massiv dem Grundprinzip des Projekts. Alle, die sich einbringen, SIND dadurch gleichzeitig (und von daher gleichberechtigt) indymedia.

indymedia ist immer auch Teil der Bewegung, von der es berichtet.

Was will indymedia NICHT sein?


Ersatz für schon bestehende alternative Informationsstrukturen; hier kann indymedia nur unterstützende / vernetzende Funktion haben.
Absatzpool von Stellungnahmen hierarchischer, etablierter oder kommerzieller Gruppierungen
Diskussionsforum: indymedia eignet sich wegen seiner Struktur nur sehr schlecht dafür. Eine Auswahl an Diskussionsforen sind im Blogwire verlinkt.
Plattform für sexistische, rassistische, faschistische u./o. antisemitische Beiträge jeder Art.

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Anarchistische Perspektiven auf die Wissenschaft

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 22 Okt, 2016 12:03:36
Anarchistische Perspektiven auf die Wissenschaft - Libertärer Kongress an der Uni Hamburg

Vom 28.-30.10.2016 findet ein Kongress an der Universität Hamburg mit dem Titel: "Anarchistische Perspektiven auf die Wissenschaft" statt. Infos unter
www.a-perspektiven.org. Zusätzlich gibt es Veranstaltungen vom 26.09.16 - 24.10.16.

Bisher sind anarchistische Theorien wenig im wissenschaftlichen und universitären Alltag verankert, abgesehen von studentischen, politischen Initiativen und Gruppen. Anarchismus kommt in Seminaren oder als wissenschaftliches Thema häufig nur als historisches Thema vor. Der Kongress will deshalb auf dieses Defizit aufmerksam machen und hofft hiermit an der Universität Hamburg, aber auch darüber hinaus, die Beschäftigung mit anarchistischen Theorien an Hochschulen anzustoßen. Im Umkehrschluss will er – selbstverständlich – die theoretischen Diskussionen in den anarchistischen Bewegung(en) bereichern, ohne dabei eine bestimmte anarchistische Strömung zu bevorzugen. Des weiteren geht es darum, inwieweit das System Hochschule /Universität dazu dient die aktuellen Gesellschafts- und Herrschaftsverhältnisse zu legitimeren und zu festigen. Zu den genannten Zwecken gab es schon im Vorfeld zwei Abendveranstaltungen und für die Zeit nach den Kongress sind zwei weitere projektiert. Diese sollen dazu dienen, dass die Auseinandersetzung mit anarchistischen Theorien im universitären Kontext nicht ein einmaliges Event bleibt, sondern dass eine gewisse Verstetigung eintritt.

Geplant sind an drei Tagen Vorträge, sowie am Samstag eine Workshopphase. Freitag- und Samstagabend wird der Kongress durch ein Konzert ergänzt. Zusätzlich werden einige Buchstände das Programm abrunden.

Die Initiative zum Kongress geht von der hochschulpolitischen Vereinigung "Alternative Linke" an der Universität Hamburg aus. Als Gruppe haben wir kein explizit anarchistisches Selbstverständnis, sondern verstehen uns als Sammelbecken für Menschen mit „undogmatischen“ Linken Ansichten. Durch den Organisationsprozess sind noch weitere Einzelpersonen und Gruppen dazugekommen, die sich ebenfalls maßgeblich an der Planung und Durchführung beteiligen.

Wir freuen uns über zahlreiche Gäste, spannende Diskussionen und laden Alle herzlich ein zu uns nach Hamburg zu kommen.

Die Teilnahme ist kostenlos. Für Essen und Trinken wird gesorgt sein. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, wäre aber nett :-)
Wir bieten im Rahmen der Anmeldung des weiteren eine Bettenbörse an.
Außerdem werden organisierte Eltern und Andere vor Ort sein, die sich gemeinsam um die Kinderbereuung kümmern.

Für aktualisierte Information, Abstracts zu den Vorträgen und für die Anmeldung schaut auf unsere Homepage: www.uhh.de/uk-anarchie

Tagungsplan nach derzeitigen Stand:

Freitag 20.11.
18:00 Begrüßung und Einführungsvortrag

20:00 Anarchistische und marxistische Staatskritik: Entwicklungen,Differenzen, Gemeinsamkeiten

Anschließend: Abendessen und gemeinsames „Bierchen“, bei Liedermacher- und anderer Musik


Samstag 21.11.
08:30 Frühstück

10:00 Vera Bianchi: Feministinnen in anarchistischer Bewegung –
die Mujeres Libres im Spanischen Bürgerkrieg

12:00 Mittagspause

13:00 Simon E.: Die Arbeitsgesellschaft ohne Arbeit:
Die Entwicklung des Arbeitsbegriffes und die Bedeutungen dessen für das Verständnis von Gesellschaft heute

15:00 Workshops:
„Ökonomie ohne Staat und Markt?“
„Von der Heimbewegung zur Hausbesetzerbewegung“
„Let's plan(t) ourselves in the nature, let's be nature.“ (in englisch)
“Direkte Aktion in der Hochschulpolitik / Ansätzeund Wirkung anarchistischer Praxis auf die Hochschulpolitik”

18:00 Pause

19:00 Michael Halfbrodt/ Ralf Burnicki: „Nieder!“ – Facetten libertärer Literatur

22:00 Konzert mit Liedermachern Band und Party:
- Käptn Blauschimmel http://kaeptnblauschimmel.bandcamp.com/
- Paul Geigerzähler http://geigerzaehler.blogsport.de https://soundcloud.com/geigerzaehler
- Wundabunta Straszenpunk http://www.wundabunt.weebly.com/

22.11.
10:00 Frühstück

11:00 Schwarze Ruhr Uni: Fremdbestimmung der Wissenschaft – Herrschaftsfreie Wissenschaft: Zur Rolle der bundesdeutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen für das herrschende System

13:00 Podiumsdiskussion mit den Referenten und Referentinnen; Resumée; offene Diskussion

Kongress Anarchistische Perspektiven auf die Wissenschaft

Programm & Timetable

Programm und Zeitplan sind noch leicht in Bearbeitung – kleine Veränderungen werden voraussichtlich noch vorgenommen …
Freitag, 28.10.

15:00 Ankommen
16:00 Begrüßung/ Einführung
17:00 Anarchismus in Bewegung. Ein Forschungsüberblick – Olaf Briese
18:30 Solidargemeinschaften in gefährlichen Zeiten. Kollektive anarchosyndikalistische Biographien vom Kaiserreich bis zum NS-Regime – Hartmut Rübner
20:00 Für ein Leben und Lernen in Freiheit – Anarchistisches Organisierungstreffen für Hochschulen – Schwarze Ruhr-Uni

21:30 warmes Abendessen und
Abends offenes Beisammensein


Samstag, 29.10.

9:00 Frühstück
10:00 Max Stirner – Schwarzes Schaf und Inspirationsquelle des Anarchismus – Maurice Schuhmann
11:30 Foucaults Werkzeugkiste für die Anarchie! – An Stirner und Landauer rumschrauben – Jürgen Mümken
ab 12:30 warme Kleinigkeiten zum Mittag

14:00 – 16:30 Workshops, Gesprächskreise:

Warum (nicht) wählen? – Ein mathematischer Zugang zur Theorie der Wahl, Basisdemokratie & die Herausforderung einer Entscheidungsfindung in großen Gruppen – Claudio Kloeckl
Reclaiming History – Kollektiv GESCHICHTE VON UNTEN

16:30 Über den Bruch – Theoretische Konstellationen zwischen Rancière und CrimethInc. – Christian Leonhardt
18:00 Im Spannungsfeld von Hegemonie und Gegenhegemonien: gegen Hegemonie!
– eine anarchistische Lesart von Hegemonietheorien – Jonathan Eibisch

19:30 Abends warmes essen

21:00 Konzert & Party


Sonntag, 30.10.

9:00 Frühstück
10:00 Mathematik und Herrschaft: angewandte Mathe raus aus der Uni! – Thomas Gruber
11:30 Isis Agora Lovecruft
13:00 Frühstück entwickelt sich zum Brunch
14:00 Abschlussdiskussion mit Inhaltlichen Austausch

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