Schwarze Katze

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Kommunisten wollen an Islamfaschisten Waffen liefern

AntibolGeschrieben von Schwarze Katze 30 Jul, 2014 09:55:36
Die islamfaschistische Hamas hat eine Anzahlung für Raketen an das kommunistische Nordkorea geleistet. Da sie schon eine grosse Anzahl ihrer Raketen abgeschossen haben, um möglichst viele Juden zu töten, brauchen sie Nachschub von den Kommunisten. Beide verbindet ein ausgeprägter Antisemitismus. Für mehrere hunderttausend Dollar soll über eine libanesische Firma in Ost-Beirut der Waffenhandel abgewickelt werden. Neben Raketen sollen die nordkoreanischen Kommunisten Telekommunikationstechnik liefern, damit die Kommunikation bei den Angriffen und Entführungen gegen Juden verbessert werden kann.

Sowohl das kommunistische Nordkorea als auch die islamische Hamas wollen den Krieg weiter vorantreiben. Im Artikel 13 der Charta der Hamas wird klar gegen eine friedliche Lösung Stellung bezogen: "Ansätze zum Frieden, die sogenannten friedlichen Lösungen und die internationalen Konferenzen zur Lösung der Palästinafrage stehen sämtlichst im Widerspruch zu den Auffassungen der Islamischen Widerstandsbewegung. Denn auf irgendeinen Teil Palästinas zu verzichten bedeutet, auf einen Teil der Religion zu verzichten; der Nationalismus der Islamischen Widerstandsbewegung ist Bestandteil ihres Glaubens. (...) Für die Palästina-Frage gibt es keine andere Lösung als den Djihad. Die Initiativen, Vorschläge und Internationalen Konferenzen sind reine Zeitverschwendung und eine Praxis der Sinnlosigkeit. Das palästinensische Volk aber ist zu edel, um seine Zukunft, seine Rechte und sein Schicksal einem sinnlosen Spiel zu unterwerfen."

Nordkorea steht in engem Kontakt mit verschiedenen islamfaschistischen Gruppen und hat schon 2009 versucht Granatwerfer an die Hamas und die Hisbollah über den Iran zu liefern. Durch eine Notlandung in Bangkok konnten mehrere Tonnen Waffen aus der roten Diktatur sichergestellt werden. Geplant war, die Grantwerfer an die Hamas im Gazastreifen und an die Partei Gottes, die islamische Hisbollah im Libanon weiterzuleiten. Das kommunistische Nordkorea hat ausserdem beim Bau der Tunnel mitgeholfen, die die Hamas dafür nutzt, um bewaffnete religiöse Fanatiker nach Israel einzuschleusen, um dort Selbstmordanschläge und Entführungen durchzuführen.

Auch andere Kommunisten waren im Waffenhandel aktiv. Die DDR hat Nordkorea mit Waffen-, Warenlieferungen und dem Bau von Fabriken unterstützt. Der Diktator Kim Il Sung bezeichnete seinen ebenfalls kommunistischen Diktatorenkollegen Erich Honecker als "Bruder und bester Freund". Das Politbüro der SED beschloss eine Spendenaktion für Nordkorea, bei der 520 Millionen Mark zusammenkamen. Die SED-Tageszeitung Neues Deutschland bewarb die Kampagne unter dem Motto "Wer Korea hilft – hilft Deutschland". Die DDR unterstützte wie Nordkorea ebenfalls mit Waffen den Kampf gegen Israel und seine jüdischen Einwohner.



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Kein Kommunist mehr

AntibolGeschrieben von Schwarze Katze 08 Jul, 2014 09:54:50

Ein Mann hat einen Pagagei. Dieser hat einen Tick. Er ruft immerzu: "Ich bin ein Kommunist."

Dem Mann geht das mächtig auf die Nerven, aber der Papagei lässt sich durch nichts davon abbringen. Eines Tages beschließt der Mann, in den Urlaub zu fahren, kann den Papagei aber nicht mitnehmen. Deshalb steckt er ihn kurzerhand in den Eisschrank. Nach drei Wochen kommt er zurück und taut den Papagei wieder auf. Dieser ist nach einer Weile wieder putzmunter, sagt aber kein Wort.

So sagt der Mann ihm vor: "Ich bin ein Kommunist."

Darauf der Papagei: "Ich nicht mehr. Drei Wochen Sibirien waren genug."

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Joachim Gauck besucht Stasi-Knast

AntibolGeschrieben von Schwarze Katze 23 Okt, 2013 04:30:51
Der Bundespräsident Joachim Gauck besucht am 22.10.13 das Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen und legt an der Gedenkstätte für die Stasi-Opfer einen Kranz nieder. Der Gedenkstätten-Direktor Hubertus Knabe und Autor einiger Bücher über die DDR führt ihn durch die Räumlichkeiten, wo Oppositionelle aufgrund der Ausübung von Meinungs- und Reisefreiheit vom Unrechtsstatt DDR eingeknastet wurden. Berufsschülern berichtet Gauck, dass bis auf seine Tochter alle seine Kinder die totalitäre DDR verlassen haben: "Es war schwierig für sie, ihren eigenen Weg zu gehen." Weiterhin informiert er über Repressionen des DDR-Regimes: "Meine nicht ganz unbegabten Kinder konnten in der DDR alle kein Abitur machen".

Kommunisten inner- und ausserhalb der Linkspartei fangen an zu hetzen, wenn sie nur den Namen des beliebten Bundespräsidenten hören. Die Kommunisten hassen Gauck am meisten wegen seiner seiner Aufklärung über die Stasi und der Mitarbeit am lesenswerten Aufklärungswerk "Schwarzbuch des Kommunismus". Dieses Buch ist bis heute die beste Zusammenfassung zum Thema. Die Schwarze Katze beschäftigte sich im Vorfeld der Bundespräsidentenwahl mit dem Hass der Kommunisten auf den in Punkto Marxismus äusserst kompetenten Bürgerrechtler:

Stalinisten ärgern sich über Joachim Gauck
Schwarze Katze, 24.02.12


Die Stalinisten und ihre linken Wasserträger sind ausser sich vor Wut und beissen in den Teppich. Grund: Der anerkannte Bürgerrechtler Joachim Gauck hat gute Chancen Bundespräsident zu werden. Kommunisten mögen keine Bürgerrechte und bevorzugen stattdessen lieber einen Überwachungsstaat. Nicht nur stalinistische Parteien wie MLPD oder DKP, auch die Linkspartei positioniert sich gegen den engagierten Kämpfer gegen den Stasi-Schnüffelstaat. Sie wollen nicht an die roten Verbrechen erinnert werden. Und genau das wird Joachim Gauck die nächsten Jahre tun. Daher hetzen die Roten gegen den früheren Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde. Damit das nicht so sehr auffällt, dass es eigentlich um die Haltung zum Bolschewismus geht, werden andere Themen in den Vordergrund gerückt. Kommunisten treten überall, wo sie das Sagen haben, Bürgerrechte, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Reisefreiheit und Selbstbestimmung mit Füssen. Das ist an Nordkorea, DDR, Kambodscha und China zu sehen.

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Über das Elend linker Politik

AntibolGeschrieben von Schwarze Katze 22 Okt, 2013 11:07:46

Ab und an passiert ja noch was, es gibt gelegentlich ja noch Demos. Schaut man sich diese notfalls als Zaungast an so bekommt man als Politveteran einiges geboten. Demos, unabhängig um was es geht, ziehen stets Prediger an. Die haben mit der Demo selbst nicht unbedingt was zu tun, aber hier sind Linke versammelt, sollt man zumindest annehmen und damit ein Werbeumfeld für ihre Parteiblättchen. Die versuchen sie unters Volk zu bringen und natürlich wollen sie für ihren Verein werben. Komm zu uns, bei uns kannst politisch arbeiten und wir wissen wo s langgeht. Das weiß die Konkurrenz mindestens genau so gut, nach eigener Einschätzung sogar besser. Was n Jammer auch, die Zeiten als es viele Jugendliche und Schüler gab, die nach einer politischen Perspektive suchten und beeindruckt über eine geschlossen auftretende Organisation waren, sind lange Geschichte. Sehr erfolgreich sind diese Prediger nicht gerade, deren Zielgruppe scheint schlauer zu sein als sie selbst, zudem sie selbst teils ihre beste Antiwerbung darstellen. Das mußt ja irgendwann so kommen. Jahrelange aufopferungsvolle frustige Politarbeit ohne wirkliche Erfolgsaussicht, sowas hinterlässt irgendwann auch sichtbare Spuren. Schau dir den Dealer eines Trotzkistenblättchens an. Macht Sektierertum alt und unansehnlich? Man könnt s meinen.


Man muß nicht an dem Zeug von Wiedergeburt glauben, es gehört trotzdem zum Allgemeinwissen und dann könnt man sich fragen, was hat der in einen früheren Leben verbrochen und wofür muß er heute mit harter frustiger Agitationsarbeit büßen? Andere die regelmäßig am 1. Mai ihre Stände aufbauen sind auch nicht ansprechender, nicht mal bei Linksruck. Schau dir diese Milchfressen an, manchen erinnern sie an die eigene Jugend. Sinnlos mit denen zu reden, weder hören sie dir zu, noch würden sie was begreifen. Haben sich halt ihre eigene Scheinwelt geschaffen und ihren Lebenssinn gefunden. Gut, das lässt sich von den Zeilpredigern auch sagen, die unbeeindruckt ob jemand zuhört oder die Konsumenten unbeeindruckt weiterziehen, ihren frommen Wortmüll in die gleichgültige Welt rausschreien. Predigen ist unkommunikativ, man hört nicht zu und will auch gar nicht ernsthaft mit wem reden. Selbst kennt man ja die Wahrheit und muß sie den anderen eintrichtern. Und sich keine Gelegenheit entgehen lassen. Versuchst mal mit so ner Linksruckkapp zu reden, dann versucht er gleich dich vollzumüllen. Dann darfst n kostenlosen Vortrag angelesenen Wortmülls erwarten, aber das muß man sich ja nicht antun, zumal dieses Verhalten einen an frühere Zeiten erinnert. Man kennt das schon. Bemerkenswert war auch das Auftreten der Werber auf den Montagsdemos. Fleißig dabei ihr Blatt zu verticken, selbst wenn schon niemand mehr da ist den man agitieren könnte und es im weiteren Verlauf der Aktion so aussah, als könnten sie ihre Flugis gleich an sich selbst verteilen.


Man könnt meinen, sie leiden unter der Zwangsvorstellung ihre politische Haltung irgendwie legitimieren zu müssen. Nur wo und bei wem? Man könnt grad meinen, es gäbe irgendwo eine linke Institution die Zensuren verteilt und bei der regelmäßig Leistungsnachweise abzuliefern sind um als Linker gelten zu dürfen. Wenn ich mich als links bezeichne, dann muß ich irgendwas als Aktion vorweisen, selbst wenn es unsinnig ist? Nun ja, das muß der Gläubige auch. Die Glaubensgemeinschaft verlangt von ihren Gläubigen auch stete Ersatzhandlungen nach deren Sinn und Zweck nicht gefragt wird, dafür wird als Lohn wenigstens das Paradies und 72 Jungfrauen versprochen. Dem Linken wird die klassenlose Gesellschaft versprochen und da scheint bekanntlich die Sonn ohn Unterlass. Wollen wir das denn? Wenn eine Hitzewelle zu lang dauert, dann wünscht man sich irgendwann doch ne Abkühlung.


Es ist das altbekannte Elend linker Politik. In einer nichtrevolutionären Situation ist keine revolutionäre Politik möglich, sie kann nur im Sektierertum enden. Erinnern kann man an die 70iger als etwas zuviel von Revolution geredet wurde und je mehr davon geredet wurde, desto irrealer wurde sie. Jeder redet davon aber keiner hat sie gesehen. Es ist auch das Elend linker Ideologien. Als sie von den 68zigern wiederentdeckt wurden, sah es nach einer hoffnungsvollen Sache aus. Wer dann in den 70igern versuchte damit was zu bewirken oder wenigstens die Welt zu erklären, endete beizeiten im Frust oder im Sektierertum. Manchen blieb immerhin noch der real existierende Sozialismus als Rettungsanker. Als 89 die Insel unterging wurds endgültig Zeit den Anker zu lösen, nicht alle konnten das und so wurden sie zu tragischen Gestalten, über die einfach die Geschichte achtlos hinweggegangen ist. Die zu Stein gewordene Ideologie ist ihnen weggebrochen, die Mauer auf den Kopf gefallen und nun sitzen sie da mit ihrer Ideologie die offenbar die letzte Basis verloren hat. Wenigstens das Internet verschafft ihnen eine neue Möglichkeit zu predigen und ihre Existenz mittels einer Webseite nachzuweisen.

Predigen oder Aktionismus?


Bewegung entsteht immer dann wenn was passiert, wenn einige damit anfangen. Dann kommt der Rest schon. Man kann 100 Bücher gegen AKWs schreiben, erst als der Bauplatz in Whyl besetzt wurde entstand die Anti AKW Bewegung. Das lief auch 80 so, man hatte genug vom Agitieren und die Beteiligten schrieben keine langen Texte gegen Wohnungsnot, sondern besetzten Häuser. Ebenso schrieben sich die Beteiligten wegen der Startbahn nicht die Finger wund, sie bauten die erste Waldhütte und nach und nach kam der Rest. Die Autonomen führten keine lange Diskussion am Zaun, sie machten ein Seil fest und schon war der Zaun offen.


Es lassen sich viele solcher Fälle anführen, sogar den auf den ersten Blick unpolitischen Fall der Writer. Auch das begann nicht etwa mit der Forderung nach legalen Wänden, erstmal nahmen sich die Sprüher die Flächen und erst als sie für einige zum Problem wurden, bekamen sie die legale Wand regelrecht nachgeschmissen.


Oder auch die Montagsdemos, da kannst dich jeden Montag hinstellen, es wird nichtmal zur Kenntnis genommen, dagegen brachte schon die unausgesprochene Drohung beim Agenturschluß, die Leut könnten den Laden stürmen, die Bullen auf Trab.

Sicher wurde hier vorher mobilisiert, es muß ja irgendwie angekündigt werden, aber es wurd nicht monatelang gepredigt. Im Fall der Writer lief es genau umgekehrt. Es wurde weder informiert, noch gepredigt. Die Leut griffen zu Edding und Dose ohne erst Flugis zu verteilen oder irgendwem überzeugen zu wollen. Im Gegenteil, sie forderten niemand auf mitzumachen. Trotzdem entstand daraus eine globale Bewegung.


Hier gibt es trotzdem eine Einschränkung, dazu muß man jung sein. Ist nicht unbedingt was für alte Säcke. Nun sind die Beteiligten selbst älter geworden und die Jugendlichen sind heute nicht mehr wie früher leichte Beute für die Politwerber. Man kann s ihnen schlecht verübeln wenn sie eher auf Konsum und Handy stehen als auf folgenlose Latschdemos. Hat man dagegen was zu bieten, dann kommen sie sogar, wie etwa zur Hanfparade oder zu ner Nachttanzdemo. Nur kommen sie eher als Zaungäste, nicht unbedingt um sich in die Politarbeit zu stürzen und irgendwo haben sie sogar recht.

Die traditionelle Linke setzt genau aufs Gegenteil, nur keine Aktion die möglicherweise die Leute abschreckt. Sie setzt auf die Überzeugungskraft ihrer ewigen Wahrheiten und sie scheinen zu glauben, wenn wir endlich 90 Prozent der Bevölkerung überzeugt haben und sie unsere Zeitung lesen, dann ist die Revolution da. Und so werden ihre Vereine zum Hamsterrad in dem man sich abstrampelt aber keinen Schritt voran kommt. Das haben nicht Wenige auch versucht, sie standen auf der Gass und hielten den Massen ihr Parteiblatt entgegen. Wer noch halbwegs bei Verstand war, mußte irgendwann einsehen, so geht es nicht. Das kannst machen bis du alt und grau bist ohne irgendwas zu bewirken. Das kann man immer noch beobachten, besonders im Unibereich. Da produzierte die MG fast schon eine Tageszeitung und hatte genug Deppen die das Blatt verteilten. Danach folgte Linksruck die auch zunächst unerfahrenes Jungvolk fanden, die sich in die Werbearbeit einspannen ließen. Irgendwann liefen sie dem Verein davon, der Frust über diese sinnlose Tätigkeit übersteigt irgendwann doch die Überzeugungskraft der Vordenker.

Selbst an der Uni scheint sich was verändert zu haben. Zur Demo kamen sie und Livegruppe gehört heut zur Demo. Die hört man sich noch an und dann gehen sie. Die Parteiwerber hatten hier genau soviel Erfolg wie die Agitatoren in vergangenen Zeiten vorm Werktor.

Trotzdem, wir geben nicht auf. Wir haben unsere Webseite, wir produzieren weiter unsere Zeitung und wir suchen Mitkämpfer. Jung und unerfahren aber voll jugendlichen Idealismus, die wollen wir. Die Politveteranen stören nur, was soll man mit denen? Die stellen ja unsere Dogmen in Frage und pissen unsere Heiligen an. Haben wir erstmal einige Junge erwischt, dann dürfen sie mitpredigen und ihre Freunde mit Parteiwerbung versorgen, bis sie keine mehr haben. So kann man auch kontraproduktiv wirken und wer durch diese Mühle durch ist, hat meist auf Jahre von jeder Politik die Nase gestrichen voll.

PS: Über Aussteiger.
Sekten mögen keine Aussteiger. Nicht in erster Linie weil sie als Verräter und Deserteure gelten, klar, das auch. Wenn sie einfach nur den Verein verlassen und die Klappe halten geht s ja noch. Gefährlich für die Sekte werden sie, wenn sie sich zu Wort melden. Schon deswegen, weil sie über Insiderwissen verfügen, das dem Verein peinlich ist. Das müssen nicht mal brandheiße Infos über finstere Machenschaften sein. Es reicht schon wenn Außenstehende erfahren, was die Sekte gerne verschweigt, sie will ja nach außen ein geschlossenes und erfolgreiches Bild bieten. Wie es intern zugeht, der Frust, die Erfolglosigkeit, wie wenig von ihren Blättern verkauft werden, oder wie intern mit den Mitgliedern umgegangen wird, wenn sie nicht die Erwartungen erfüllen, sowas bekommst in ihren Propagandazeitungen bzw. Onlineseiten nicht zu lesen. Oder wie wenig wirklich hinter dem scheinbar beeindruckenden Auftritt in der Öffentlichkeit steckt, wie dünn die Basis für die großen Parolen wirklich ist. Das sollen die Neuanzuwerbenden besser nicht erfahren, sie könnten ja dann auf die Idee kommen, wie bei der Werbung, viel Verpackung und wenig drin.

Saul 2005

Quelle: http://politsekten.blogspot.de/


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"Wir haben nicht genug Betten für die Gefangenen": Nordkorea sagt Krieg gegen die USA ab

AntibolGeschrieben von Schwarze Katze 04 Apr, 2013 22:44:40
Nordkoreas Staatschef sagt den Krieg gegen die USA in letzter Minute ab, versichert aber, dass er für die klamme Volksrepublik durchaus zu gewinnen gewesen wäre. Ein Gespräch mit Kim Jong-un.

Kim Jong-un ist Erster Sekretär der Partei der Arbeit Koreas, Erster Vorsitzender der Nationalen Verteidigungskommission und Oberkommandierender der Koreanischen Volksarmee.

Herr Oberkommandierender, um nur eins Ihrer zahlreichen Ämter zu nennen – was ist dran an der westlichen Propaganda, dass Sie demnächst die USA angreifen wollen?

Um ehrlich zu sein: Das war tatsächlich für Ostern geplant. An der Moral unserer Truppe wäre es auch nicht gescheitert. Darüber hinaus haben wir deutlich mehr Atomsprengköpfe als im Westen gemeinhin angenommen. Aber die wollten wir nur im äußersten Notfall einsetzen. Es mangelt an viel banaleren Dingen, aber der Krieg wäre für uns durchaus zu gewinnen gewesen. Gleichwohl haben wir uns entschlossen, ihn auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

Woran mangelt es denn?

Sehen Sie, ich habe das mal durchrechnen lassen: Die US-Armee, das sind ja über eine Million Leute, wenn man alle Waffengattungen zusammenrechnet. Und da ich nicht als Unmensch in die Geschichte eingehen will, hatten wir eigentlich vor, etwa ein Drittel davon am Leben zu lassen. Das wären dann weit über 300 000 Personen, die in den Kriegsgefangenenlagern meinem Volk die Haare vom Kopf fressen würden. Und das soll ja nicht jeder Dahergelaufene, wenn Sie verstehen, was ich meine. Außerdem gibt es Probleme mit der Unterbringung an sich. Wir haben nicht genug Betten für die Gefangenen.

Ist das denn für Ihre Republik ein unlösbares Problem?

Sie ahnen ja nicht, wie viele Nordkoreaner auf der Warteliste für ein Bett stehen.

Müssen wir uns die Wartezeit in etwa so vorstellen wie bei den Autos der DDR?

Die Frage war jetzt wirklich nicht nett! Es ist auch nicht so, dass mein Volk nicht in der Lage wäre, genug Betten zu produzieren. Im Gegenteil. Wir exportieren sogar welche. Eine schwedische Möbelhauskette weiß ein Lied davon zu singen, was nordkoreanische Wertarbeit ist.

Würden Sie uns auch den Namen dieser Möbelhauskette sagen?

Also, das geht nun wirklich zu weit. Bei den Atomsprengköpfen bin ich Ihnen schon sehr entgegen gekommen, aber ich muss ihnen ja nicht alle Staatsgeheimnisse verraten. Im Krieg und in der Liebe ist zwar alles erlaubt, aber in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit halten wir uns an die Regeln. Unsere westlichen Vertragspartner können sich auf hundertprozentige Diskretion verlassen. Sagen Sie mal, ist das eigentlich ein C&A-Pullover?

Warum?

Ach, nur so.

Gehe ich also recht in der Annahme, dass Sie ihr Atomprogramm unter anderem durch den Export von alltäglichen Dingen wie Schlafzimmermöbeln finanzieren?

Das kann man so nicht sagen. Mit einem Teil der Exporterlöse ist auch der neue Aufzug für den Juche-Turm finanziert worden. Diese Japaner sind vielleicht gierig, kann ich Ihnen sagen...

Die Japaner? Bedeutet „Juche“ nicht Autarkie?

Ja, ja. Jetzt denken Sie, das muss uns peinlich sein. Aber ihr Europäer habt ja allen Grund, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Wer 's nicht mal auf die Reihe bringt, seine Klamotten selber zu produzieren...

Entschuldigung. Zurück zum Krieg, den Sie aus logistisch-humanitären Gründen verschoben haben: In westlichen Demokratien geht man ja nicht unbedingt davon aus, dass Nordkorea so zimperlich bei der Unterbringung von Gefangenen ist. Ein Vorurteil?

Was mich betrifft: Ganz bestimmt. Ich bin in einem Schweizer Internat erzogen und weiß genau, was sich gehört. Wenn ich ein Mädchen zu mir einlade, muss ich vorher mein Zimmer aufgeräumt haben. Wenn ich einen Krieg anfange, muss ich genug Betten für die Gefangenen haben. Das ist eine Frage der Höflichkeit. Wenn aber irgendeine Schlampe ungefragt vor meiner Tür steht, kann sie sich nicht beschweren, dass es bei mir aussieht wie bei Hempels unterm Sofa. Und wenn US-Soldaten uns angreifen, dann machen wir entweder gar keine Gefangenen – oder wir bringen sie einfach in Erdlöchern unter. Unangemeldeter Besuch muss nehmen, was kommt. Nur, damit das klar ist.

In westlichen Medien sind Fotos aufgetaucht, die Sie und ein paar Generäle zeigen, mit denen Sie angeblich über den Angriffsplänen brüten. Sind diese Bilder mit Ihrem Einverständnis veröffentlicht worden?

Ach, da haben wir doch nur die Speisekarte der Kantine des Verteidigungsministeriums studiert.

Und warum haben Sie da so ernst geschaut?

Ich habe so ernst geschaut, weil wieder kein einziges Schweizer Gericht drauf stand. Noch nicht mal Sennenhund süß-sauer.

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Den Namenlosen eine Stimme geben

AntibolGeschrieben von Schwarze Katze 26 Jul, 2012 16:43:30

Gedenken an die deutschen Opfer des »Großen Terrors« in der Sowjetunion

Den Namenlosen eine Stimme geben Mi.,25. Juli 2012, 11 Uhr Rosa-Luxemburg-Platz Berlin-Mitte Mit dem Verlesen der Namen von Opfern der „Deutschen Operation“ am 25. Juli 2012, 11 Uhr, auf dem Rosa-Luxemburg-Platz erinnern die Mitglieder des „Arbeitskreises zum Gedenken an die in der Sowjetunion verfolgten deutschen Antifaschisten“ an die bisher Namenlosen und geben ihnen eine Stimme.

75 Jahre ist es her, dass der sowjetische Geheimdienst (NKWD) auf Anordnung Stalins die sogenannte „Deutsche Operation“ einleitete. Damit begann zugleich der „Große Terror“, die Welle der Massenverhaftungen, Deportationen und Exekutionen von Juli 1937 bis November 1938. Die Opfer waren überwiegend einfache Bürger.

Von den 350.000 Menschen unterschiedlicher Nationalität, die 1937/38 während des Massenterrors erschossen wurden, sind bisher 800 Deutsche namentlich identifiziert. Weitere Hunderte kamen in Gulags oder wurden nach Nazideutschland ausgewiesen. Deutsche in der Sowjetunion als erste Zielgruppe - das waren Arbeitssuchende, angeworbene Spezialisten unterschiedlicher Berufe und Komintern-Mitarbeiter, die seit Anfang der 1930er Jahre ins Land gekommen waren. Ab 1933 kamen die vom Naziterror Verfolgten hinzu. Viele suchten mit Frauen und Kindern eine zeitweilige Heimat oder gründeten in der Sowjetunion Familien.

Nach 1989 begann die gezielte Suche nach den vergessenen Opfern, die bis heute andauert. Die biografischen Angaben zu den bisher ermittelten 8.000 Deutschen, die zwischen den 1930er und 1950er Jahren in der Sowjetunion willkürlich verfolgt, entrechtet, in Straflagern deportiert und ermordet wurden, sind noch unvollständig.

PDF-Datei zum Ausdrucken


VVN-BdA Berlin, 11.07.12

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Broschüre zum Mauerbau

AntibolGeschrieben von Schwarze Katze 17 Jun, 2012 07:44:44
Der Anarchistische Arbeiterbund Berlin hat 1973 die Broschüre "Berlin, 13. August" veröffentlicht. Über den Sinn der Broschüre steht im Vorwort:

Diese Broschüre wurde geschrieben, um aus der Sicht des freiheitlichen Sozialismus aufzuzeigen, dass das System der DDR eine staatskapitalistische und unmenschliche Diktatur ist. Da wir davon ausgehen, dass das System der DDR nicht sozialistisch ist, gibt es für uns auch keinen Grund, es nicht anzugreifen. Immer und zu jeder Zeit haben wir Unfreiheit und Diktatur angegriffen und beim Namen genannt. Wir können und wollen nicht schweigen zu Knechtschaft und Tyrannei!

Der Blog Syndikalismus in Berlin stellt diese lesenswerte Broschüre als PDF zur Verfügung.

PDF-Versionen der Broschüre:

Berlin, 13. August Download(small_quality)
Berlin, 13. August Download (Hohe Qualität)

Quelle: Syndikalismus in Berlin



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Statt einer roten Nelke

AntibolGeschrieben von Schwarze Katze 11 Jan, 2011 02:18:13
Wie an jedem zweiten Januarwochenende fand in kalten Berlin wieder die grösstenteils stalinistische Liebknecht-Luxemburg Demonstration statt. Statt Personenkult zu betreiben und mit nationalistischen Symbolen herumzuwedeln sollten die Bolschewisten lieber eine Nelke an den Gedenkstein für die Opfer des Stalinismus legen. In der Interim stehen einige kritische Worte zum alljährlichen roten Aufmarsch:
http://schwarze.katze.dk/texte/lldemo01.html


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Venezuela: Eine Chance für Veränderung

AntibolGeschrieben von Schwarze Katze 04 Nov, 2010 11:26:49
Interview mit René von der venezolanischen Zeitschrift El Libertario.

* Im Zuge der Wirtschaftskrise spitzt sich die Situation in Venezuela zu. Durch den Fall des Ölpreises stehen der Chávez-Regierung immer weniger Mittel für die Sozialprogramme, die ihr gerade in den armen Bevölkerungsschichten Popularität beschert haben, zur Verfügung. In letzter Zeit verschärfen sich die soziale Kämpfe, und auch die Repression nimmt zu. Ein deutliches Beispiel hierfür sind die Morde an Gewerkschaftern in den letzten Monaten. René, Gründungsmitglied des Redaktionskollektivs der libertären Zeitschrift El Libertario, beantwortete unsere Fragen.
ºº Kannst du uns kurz euer Zeitungsprojekt vorstellen?

René: El Libertario ist eine Zeitschrift, die in Venezuela seit 1995 erscheint, bisher gab es 56 Ausgaben. Wir informieren über anarchistische Theorie und Praxis in Lateinamerika und weltweit, außerdem berichten wir über libertäre Ansätze in den hiesigen sozialen Bewegungen. Wir erhalten keine Unterstützung von seiten des Staates oder von anderen Machtinstitutionen, wir wollen das auch nicht. Unser Projekt ist also zu 110% selbstverwaltet. Die Zeitschrift wird von einem Redaktionskollektiv herausgegeben, das ist eine Affinity Group, in die sich Menschen mit libertären Ansichten und Haltungen einbringen können. Wir arbeiten in einem Klima von gegenseitigem Respekt und Undogmatismus. Das zentrale Motiv, das uns vereint, ist, dass wir libertäre oder anarchistische Ideen teilen und eine Gesellschaft anstreben, die auf direkter Demokratie, sozialer Gerechtigkeit, Selbstverwaltung, gegenseitiger Hilfe und freier Assoziation ohne den autoritären Zwang durch Gewalt oder der Gesetze basiert. Mehr Details findet ihr auf unserer Website www.nodo50.org/ellibertario, dort finden sich auch deutschsprachige Texte.

ºº Wie ist die momentane Lage der libertären Bewegung in Venezuela?

René: Die libertäre Bewegung in Venezuela hat insgesamt eine viel kürzere Geschichte als in anderen Teilen der Welt. Das zeigt sich auch darin, dass El Libertario das einzige Sprachrohr der Bewegung ist, dank dem wir als AnarchistInnen eine gewisse Präsenz in Venezuela bekommen haben. Denn obwohl die libertäre Idee und Praxis unter uns nicht vollkommen unbekannt war, fängt man hierzulande erst jetzt an, das Spezifische des Anarchismus besser zu verstehen.

ºº Gibt es denn Schnittstellen zwischen der libertären Bewegung und konkreten sozialen Kämpfen?

René: Die Bemühungen, libertäre Ideen mit konkreten Kämpfen zu verbinden, sind relativ neu. Diese Bemühungen müssen zudem im Rahmen der speziellen Situation in Venezuela betrachtet werden, in der wir uns sowohl vom pseudo-linken Autoritarismus eines Hugo Chávez – der dieses Land seit 1999 regiert – als auch vom pseudo-demokratischen Autoritarismus seiner rechten und sozialdemokratischen Gegner abgrenzen müssen. Die zehn Jahre währende Polarisierung zwischen einer autoritären Regierung und einer autoritären Opposition bedeutete ein enormes Hindernis für unseren Einstieg in konkrete Kämpfe. Diese Kämpfe haben am Ende fast vollständig ihre Autonomie und ihre Eigenheiten verloren, als sie, der politischen Macht- und Wahlkämpfe der um die Kontrolle im Staat kämpfenden Gruppen ausgesetzt, von diesen vereinnahmt wurden. Trotzdem sehen wir mit Freude, dass es in den letzten zwei, drei Jahren immer mehr soziale Kämpfe gibt, die mit der politischen Kontrolle des Autoritarismus zu brechen suchen, was Raum für viel versprechende Verbindungen zwischen kollektiven Protesten und der libertären Bewegung schafft. Über sehr konkrete Beispiele für diese Verbindungen berichten wir in El Libertario seit 2006 oder 2007.

ºº Sind aus dieser Situation heraus libertäre Gewerkschaftsinitiativen erwachsen?

René: In Venezuela erschweren Gesetze und der institutionelle Rahmen die Bildung von libertären Gewerkschaften, wie die, welche in der IAA organisiert sind, ziemlich, denn gewerkschaftliche Aktivität wird hier von einer ganzen Reihe von Kontrollmechanismen beeinflusst. Diese haben bis jetzt jede anarchosyndikalistische Initiative, die die Prinzipien von Selbstverwaltung und direkter Aktion halbwegs konsequent umzusetzen versucht hat, im Keim erstickt. Nichtsdestotrotz haben anarchistische Ideen und Propaganda nicht aufgehört sich, und sei es nur in kleinem Maßstab, unter den konsequentesten GewerkschaftsaktivistInnen zu verbreiten, vor allem in letzter Zeit, wo die arbeiterfeindliche Offensive der Bosse und des Staates sich verschärft.

ºº Wie verhalten sich eigentlich die großen, mehrheitlichen Gewerkschaften in dem Spannungsfeld zwischen Chávez und der Opposition, das du vorher beschrieben hast?

René: Als erstes muss ich klarstellen, dass es in Venezuela keine einzige ”mehrheitliche” Gewerkschaftsorganisation gibt, weil die große Mehrheit der ArbeiterInnen überhaupt nicht organisiert ist. Da sowohl die Regierung als auch die Opposition diese Tatsache vertuschen wollen, ist es schwierig, seriöse Zahlen dazu zu finden, aber ich würde sagen, dass der Organisierungsgrad nicht über 15% liegt. Außerdem wird der geringe Organisierungsgrad noch durch Spaltungen erhöht. Der größte Arbeitgeber ist der Staat und in den Gewerkschaften sind hauptsächlich Staatsbedienstete organisiert, weil die Chávez-Regierung die Gründung von Scheingewerkschaften fördert, um so ihre eigene Macht als Staats-Arbeitgeber auszubauen. Nebenbei bemerkt, haben diese chavistischen Gewerkschaften, die in der Fuerza Bolivariana de Trabajadores (Bolivarianische Arbeitermacht) zusammengeschlossen sind, es trotz der Unterstützung von offizieller Seite und unverhohlenem Betrug zu ihren Gunsten nicht einmal geschafft, eine so große Präsenz in den Betrieben zu entfalten, wie vor 1999 die sozialdemokratische Confederación de Trabajadores de Venezuela (Konföderation der Arbeiter Venezuelas, CTV).

Die sozialdemokratische und rechte Opposition hat nichts anderes als die Regierung gemacht, indem auch sie versucht hat, die ArbeiterInnen für ihre politischen Interessen und im Wahlkampf zu instrumentalisieren. Rein auf die Arbeitswelt bezogene Forderungen haben diese Parteien auf unbestimmte Zeit verschoben. Die alte CTV, die bis in die 1990er Jahre beinahe die Gesamtheit der venezolanischen Gewerkschaftsbewegung repräsentiert hat, ist in den politischen Auseinandersetzungen des letzten Jahrzehnts dermaßen geschwächt worden, dass sie heutzutage nicht einmal das Scheitern der chavistischen Organisierungsversuche für sich nutzen kann. Durch ihre traditionelle Unterordnung unter die politischen Parteien, die zuvor regierten und jetzt die Opposition zu Chávez darstellen, bleibt sie schwach und kann kein eigenes Profil entwickeln.

ºº Siehst du dadurch eine Perspektive für die Entstehung von unabhängigen Basisgewerkschaften?

René: In einem derartigen Klima der Zersetzung dessen, was in Venezuela noch an gewerkschaftlicher Aktivität übrig ist, eröffnen sich tatsächlich Spielräume für das Auftreten eines unabhängigen Syndikalismus. Man kann auch nicht leugnen, dass es dafür bereits Indizien gibt, aber dennoch sind das bisher nur erste Schritte und es ist noch ein weiter Weg, bis wir hier von einer revolutionären syndikalistischen Option, die relativ konsolidiert wäre, reden können.

ºº Ihr habt ja in letzter Zeit in El Libertario von mehreren Morden an Arbeitern in Venezuela berichtet, wie der Fall der Mitsubishi-Arbeiter, die von der Polizei erschossen wurden. Nimmt die Repression gegen Arbeitskämpfe in Venezuela gerade zu?

René: Im angesprochenen Fall wurden zwei Kollegen Ende Januar 2009 von der ”sozialistischen und bolivarianischen” Polizei, die dem chavistischen Governeur im Bundesstaat Anzoátegui untersteht, erschossen. Dieser Fall wird – wie so oft in ähnlichen Situationen – von der staatlichen Propaganda entweder als Ausnahme, die nichts mit der Politik der Regierung zu tun habe, oder als Ergebnis der Provokation und Infiltierung durch Agenten ”der Rechten, des Imperialismus und der CIA”, die das schöne Bild des Chavismus zu beflecken versuchen, dargestellt. Aber, wie wir das ja detailliert in jüngeren Ausgaben des Libertario beschrieben haben, sind solche Fälle die Konsequenz der Anwendung der Strategie, die die aktuelle venezolanische Regierung verfolgt. Getreu ihrer Wurzeln im militaristischen Putsch und einer ideologischen Ausrichtung, die sich der Castro-Diktatur auf Kuba annähert, versucht die Regierung mit Zuckerbrot und Peitsche ein autoritäres Kontrollsystem über die venezolanische Gesellschaft zu errichten, und das hinter der Fassade eines angeblichen Sozialismus des 21. Jahrhunderts. All das tut die Regierung mit der vollständigen Unterstützung des transnationalen Kapitals, ihres Partners in der Erdölförderung, die von staatlich-privaten Mischkonzernen kontrolliert wird. Gerade jetzt in der Weltwirtschaftskrise hat die Regierung auch in Venezuela und trotz des Ölreichtums immer weniger Mittel, die Bevölkerung mit dem Zuckerbrot ruhig zu stellen. Deshalb kracht mit jeder neuen Maßnahme der ”Knüppel des Volkes”, den Bakunin als unvermeidbares Werkzeug aller autoritären Linken vorhergesehen hat, auf die Unterdrückten ein.

ºº Wie schätzt du die Zukunft und die Perspektiven für soziale Bewegungen und Arbeitskämpfe in Venezuela ein, gerade unter dem Eindruck der Wirtschaftskrise?

René: An dieser Stelle würde ich gerne ein paar Absätze aus dem Editorial des El Libertario # 56 zitieren:
”[...] Die Krise wird die Auseinandersetzungen zwischen den Mächtigen in den Hintergrund treten lassen, weil diese ihre Interessen miteinander vereinbaren werden, damit die Auswirkungen von unten bezahlt werden. Das Verblassen des polarisierenden Spektakels zwischen Regierung und Opposition wird uns Unterdrückten die Möglichkeit eröffnen, uns selbst im Kampf für unsere Rechte wieder zu finden, ohne dass der Kampf durch die selbst ernannten Stellvertreter, die wir im Fernsehen sehen, vereinnahmt wird. Dadurch werden wieder die wirklichen Interessengensätze und Trennlinien in der Gesellschaft deutlich werden. Entweder ergreift man Partei für Regierende, Bosse und Privilegierte oder für diejenigen, die alles zu gewinnen haben. In diesem Kontext wird die Regierung mit aggressiven Vorstößen versuchen, Kontrollmechanismen auszubauen und ihre Machtkonzentration zu erhöhen. Durch die Ausnutzung der Unsicherheit und des Zweifels, die durch das Debakel der Weltwirtschaft ausgelöst wurden, gibt der Vorwand der Krise ihr eine einmalige Gelegenheit, mit autoritären und regressiven Maßnahmen soziale, politische und Arbeitsrechte zurück zu drängen. Dennoch bietet dieser Vorstoß auch eine Chance für eine wirkliche und tiefgreifende Veränderung unserer Gesellschaft. Zu einer Gesellschaft hin, in der wir auf überflüssige Führer verzichten, und nach und nach eine breite, unabhängige, kämpferische und allgemeine soziale Bewegung aufbauen können, die sich von allen Parteien und anderen Machtinstrumenten abgrenzt. Indem wir die pseudo-revolutionären Betrügereien, die von der Chávez-Regierung eingeführt wurden, eine nach der anderen abschaffen und uns gleichzeitig den Einfluss und die Praxis der alten politischen Parteien entgegen stellen. Indem wir all die Faktoren überwinden, die unsere individuelle und kollektive Entwicklung ausbremsen, und indem wir Ideen entwickeln, und zwar nicht, um die Macht zu ergreifen, sondern damit diese sich im sozialen Geflecht auflöst. Indem wir Erfahrungen verbreiten und Initiativen bekannt machen, mit denen wir hier und heute eine andere Kultur aufbauen können. Indem wir horizontale und zwanglose Verbindungen und Brücken zwischen allen kämpfenden Bevölkerungsgruppen schlagen”

Vielen Dank für das Interview

Interview: Daniel Colm // Direkte Aktion 194 – Juli/August 2009

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Interview mit der Zeitschrift „El Libertario"

AntibolGeschrieben von Schwarze Katze 04 Nov, 2010 11:13:52
* Sie ist eine der wenigen Publikationen in Venezuela, die ebenso kritisch über die Chávez-Regierung wie die reaktionäre Opposition berichten. Die Fragen wurden per Mail geschickt, die Redaktion antwortete als Kollektiv. Das Magazin gibt es seit 1995 und erscheint alle zwei Monate. Die aktuelle und ältere Ausgaben, sowie Übersetzungen von Artikeln in verschiedene Sprachen finden sich auf http://www.nodo50.org/ellibertario.
„Die demoralisierte traditionelle Linke entdeckt in ihrer Verzweiflung immer seltsamere Lichtgestalten“, schrieb Robert Kurz vor fünf Jahren über die Chávez-Begeisterung, die auch in der Zwischenzeit nicht abgeklungen ist. Um auch einmal kritische Stimmen aus dem Land zu hören, auf das die europäische Linke – gerne mit Verweis auf „basisdemokratische Bewegungen“ – am liebsten ihre Hoffnungen projiziert, wurde das folgende Interview mit der anarchistischen Zeitschrift „El Libertario“ aus Caracas, Venezuela, geführt. Sie ist eine der wenigen Publikationen in Venezuela, die ebenso kritisch über die Chávez-Regierung wie die reaktionäre Opposition berichten. Die Fragen wurden per Mail geschickt, die Redaktion antwortete als Kollektiv. Das Magazin gibt es seit 1995 und erscheint alle zwei Monate. Die aktuelle und ältere Ausgaben, sowie Übersetzungen von Artikeln in verschiedene Sprachen finden sich auf http://www.nodo50.org/ellibertario.

ºº Chávez erklärt gerne, dass die Privatmedien die Menschen manipulieren, korrupt seien und nur den kapitalistischen Klassenstandpunkt verbreiten. Er will deshalb „alternative Medien“ voranbringen. Was haltet ihr davon?

-- Wie bei vielen seiner anderen Proklamationen, versteht es Chávez auch hier, eine Halbwahrheit auszusprechen. Zweifellos sind die privaten Medien im Grunde so, wie er sagt. Kein Zweifel aber auch, dass die staatlich kontrollierten Medien in Venezuela ausschließlich den Standpunkt des Caudillos und der ihm folgendenen „Boli-Burguesía“ (bolivarianische Bourgeoisie) verbreiten, dass sie durch bürokratische Zurichtung korrupt bis auf die Knochen sind und ebenfalls die Menschen manipulieren.

Bis auf sehr wenige Ausnahmen nehmen die angeblich „alternativen Medien“ kaum die Unruhen, Forderungen und Proteste auf, die in immer größerem Maße aus verschiedenen Bereichen der ausgegrenzten Bevölkerung aufsteigen. Denn in ihrer Nachrichtenlinie unterwerfen sich diese Medien fast alle der staatlichen Ausrichtung. Ihr Überleben hängt von der wirtschaftlichen Unterstützung durch die Regierung ab.

Die Situation ist inzwischen so paradox, dass viele marginalisierte Menschen ihre Proteste über die oppositionellen Privatmedien an die Öffentlichkeit tragen. Schließlich ist bekannt, dass sie damit niemals Raum in den sogenannten „Volksmedien“ (medios populares) finden würden. Dort hört man nur Propaganda des übelsten stalinistischen Stils, die die Wohltaten und Wunder der pseudo-„sozialistischen Revolution“ und ihres unübertrefflichen Caudillos verkündet.

Ein aktuelles und klares Beispiel für den Zustand dieser „alternativen Medien“ ist ihr Verhalten gegenüber Fälle offener staatlicher Aggression gegen soziale Bewegungen: Sie nehmen dazu weder Stellung, noch lassen sie zu, dass Stellung genommen wird. So geschehen bei den Inhaftierungen und manipulierten Gerichtsprozessen gegen den Gewerkschafter Rubén González (vom Staatsunternehmen Ferrominera Orinoco, im Süden des Landes) oder gegen den Indio Sabino Romero (ethnische Gruppe der Yukpa, in der Sierra de Perijá im Westen). Diese und andere Beispiele von Zensur und Informationsmanipulation rechtfertigen sie mit stumpfsinnigen Argumenten, etwa indem sie sagen: „Man kann nicht über Themen reden, mit denen man Argumente an die reaktionäre Opposition und an den imperialistischen Feind liefert“.

ºº „Das Volk“ (pueblo): Ist das eurer Absicht nach ein vernünftiger und emanzipatorischer Begriff? Wie ihn Chávez benutzt, scheint er eher ein Begriff der Unterdrückung zu sein.

-- Wiederholt und öffentlich hat Chávez wissen lassen, dass seine Konzeption um den Begriff des „Volkes“ vom Werk des Argentiniers Norberto Ceresole stammt, der seinerseits klar und explizit vom italienischen Faschismus beeinflusst war. Deshalb ist es weder verwunderlich noch zufällig, dass wir in den Reden des „Comandante Presidente“ so viele Gemeinsamkeiten mit dem Geschwätz des „Duce“ erkennen. Selbstverständlich, dass sich solch irrationaler Wortschwall, übersetzt in einen grotesken und maßlosen Persönlichkeitskult, in Parolen wie „Vaterland, Sozialismus oder Tod!“, „Befehlen Sie, Comandante, befehlen Sie!“ oder „Hungrig, nackt und arbeitslos, ich halte zu Chávez!“, auf keinen Fall in eine emanzipatorische, vernünftige Praxis umwandeln kann.

In diesem Zusammenhang müssen wir auch erwähnen, wie von marxistisch-leninistischer Seite versuchte wurde, diese Demagogie zu rechtfertigen, durch den angeblich „einzigartigen Charakter der bolivarianischen Revolution“. Ganz zu schweigen von den Intellektuellen (inner- und außerhalb Venezuelas), die behaupten, diesen Prozess von einer linken Position aus zu unterstützen, aber gegenüber der unverhüllt autoritären Seite des Chávez-Regimes schändlich verstummen.

ºº Erfahrt ihr in der Redaktion Einschüchterungen oder Ähnliches von Anhängern Chávez (den Chávistas) oder direkt von der Regierung?

-- Jeder, der wie wir vom „El Libertario“, in Venezuela Opposition, Nichtkonformität oder gar Störung gegenüber den anhaltenden Irrtümern, Lächerlichkeiten und Gewalttätigkeiten, die diese Regierung begeht, ausdrückt, wird sofort Opfer einer ganzen Reihe von Einschüchterungen durch diese Regierung und ihres Caudillos, der von seinen Regierten nur unterwürfigen Gehorsam akzeptiert. Bei den Übrigen handelt es sich um „Kontra-Revolutionäre“, denen gegenüber jede Art der autoritären Kontrolle, Einschüchterung und/oder Unterdrückung erlaubt ist.

In diesem Sinn haben auch wir im „El Libertario“ die wachsende staatliche Härte zu spüren bekommen. Diese richtet sich gegen jeden sozialen Protest in Venezuela und kriminalisiert Aktionen, die den allgemeinen Frust ausdrücken. Aktuell sind 2.400 Personen gerichtlichen Strafen unterworfen, weil sie ihr legitimes Recht auf Protest ausgeübt haben. Auch die übrigen Formen des Drucks und der Erpressung gegenüber Abweichler sind nicht zu vergessen, beispielsweise die „schwarzen Listen“, um Rechte von Personen, die als Staatsfeinde identifiziert wurden, einzuschränken.

ºº Gibt es in Venezuela weitere Medien wie den „El Libertario“, also solche, die nicht nur den Kapitalismus, sondern auch die aktuelle Regierung ablehnen?

-- Bedauerlicherweise sind es sehr wenige, wegen den Schwierigkeiten, die die unabhängigen und radikalen Medien überwinden müssen, um überhaupt starten und sich dann am Leben erhalten zu können. Im venezolanischen Fall kommt noch eine starke Polarisierung hinzu, zwischen den staatlichen, pseudo-revolutionären und den oppositionellen – sozialdemokratischen und rechten – Medien. Da wir beide Gruppen als gleichermaßen negativen Ausdruck von Unterdrückung, Ausbeutung und Ungerechtigkeit angreifen, haben wir zweifellos eine sehr schwierige, aber unerlässliche Aufgabe.

Diese Aufgabe beinhaltet auch, klarzustellen, dass die Chávez-Regierung in keiner Weise antikapitalistisch ist, wie die Fragestellung zu suggerieren scheint. Denn sie ist, unter anderem, vollkommen dem nachgekommen, wofür sich die Globalisierung in Venezuela interessiert: Aus dem Land einen sicheren, untertänigen und zuverlässigen Lieferer von Energieressourcen zu machen. Die Kontrolle über diese Ressourcen wird durch sogenannte gemischte Unternehmen (empresas mixtas) an das internationale Großkapital abgegeben. Man kann eine Regierung außerdem nicht antikapitalistisch nennen, die ihre Auseinandersetzungen mit der hiesigen Bourgeoisie geführt hat, um eine andere Gruppe, die Boli-Bourgeoisie, zu begünstigen, deren Präsenz und Macht heute unübersehbar ist.

ºº Was haltet ihr von der Ideologie von Linken wie Noam Chomsky, Richard Gott oder Tareq Ali, die Chávez und seinen „Prozess“ verehren zu scheinen?

-- Die umfassendste und treffendste Antwort auf diese Frage gab der Artikel „Chomsky, Hofnarr von Chávez“ von unserem Genossen Octavio Alberola, veröffentlicht in der Nummer 57 von „El Libertario“ (aus dem Jahr 2009). Der Artikel wurde in verschiedene Sprachen, nicht aber ins Deutsche übersetzt. Daraus zitieren wir:

„Im Gegensatz zur Meinung vieler Menschen, ist die Fähigkeit, Lügen zu glauben und blind eine Fiktion zu akzeptieren, so fantastisch und grotesk diese auch sei, keine Eigenschaft von Dummköpfen und Ignoranten. Der berühmte Essayist Noam Chomsky hat uns eben erst gezeigt, dass auch kultivierte, intelligente und scharfsinnige Intellektuelle leichtgläubig werden und politische Führungen akzeptieren können, die ganz offensichtlich demagogisch, trügerisch und autoritär sind.

Natürlich ist es nichts neues, einen Intellektuellen hohen Ranges in einen solchen Widerspruch geraten zu sehen. Schon in der Sowjetunion und dem maostischen China hatten wir das irrationale Phänomen der „reisenden Genossen“. Diese Intellektuellen, die – viele von ihnen im guten Glauben – an die Errichtung des „Sozialismus“ und der Erschaffung des „neuen Menschen“ in diesen Ländern glaubten, bis die Tatsachen sie zwangen, den wirklichen Charakter dieser Regime zur Kenntnis zu nehmen. Doch auch wenn diese Irregeleiteten in vielen Fällen nicht von der Suche nach irgendeiner Art von Belohnung motiviert und aufrichtig scheinen, ist es natürlich, nach dem Warum und dem Wie solchen Verhaltens zu fragen. Die einfachste Erklärung wäre, dass es einer ideologischen Verblendung geschuldet sei, welche kein Mensch – auch nicht der rationalste – andauernd verhindern kann. Doch im Fall Chomsky ist es unmöglich zu vergessen, dass er es war, der solche Verblendungen in der Vergangenheit bekämpft hatte.“

ºº Abgesehen von eurer Zeitung: Gibt es in Caracas oder Venezuela Bewegungen, die gleichermaßen die staatliche wie ökonomische Unterdrückung beenden wollen?

-- Es gibt sowohl im Land wie in der Hauptstadt verschiedene Gruppen und Aktivisten, die sowohl den Kapitalismus wie den staatlichen Autoritarismus bekämpfen. Beispielsweise jene, die sich im Netzwerk „Aufständische“ (Insurgentes) oder der Kampagne für die Verteidigung des Rechts auf den Sozialen Protest (Campaña por la Defensa al Derecho a la Protesta Social) zusammengeschlossen haben (El Libertario nimmt an beiden Initiativen teil). In dem Maße, wie die autonomen Kämpfe in Venezuela sich verstärken, wie es in den letzten beiden Jahren der Fall war, eröffnet sich die Möglichkeit, dass diese strategische Ausrichtung der Kurs wird, den die sozialen Bewegungen nehmen werden, die bisher durch die Staats- oder Kapitalmacht kontrolliert wurden.

ºº Spielen die venzeolanischen Studenten eine Rolle – und wenn ja, welche?

-- Der studentische Aktivismus schien vor zwei oder drei Jahren Zeichen der Wiederbelebung und des Kampfgeistes zu senden. Aber bedauerlicherweise wurde dieser Aktivismus Opfer einer Unterwerfung unter jene Fraktionen, die um die Macht kämpfen – sei es der regierende Chávismo oder seine sozialdemokratischen oder rechten Gegner. Diese widerstreitenden politischen Gruppen haben alles getan, um das zu liquidieren, was das Erwachen der autonomen Aktion der studentischen Bewegung zu sein schien, so dass sich dort nun die gleichen Politiker- und Wahlkampfspiele abspielen, wie sie die nationale Bühne beherrschen.

ºº Welche anderen gesellschaftlichen Gruppen könnten eine wichtige Rolle bei den Protesten spielen?

-- Wie schon aufgezeigt, hat in den letzten beiden Jahren eine bedeutsame Wiederaufnahme des sozialen Protests in Venezuela stattgefunden. Hervorzuheben ist dies nicht bloß, weil die Zahl der Demonstrationen beträchtlich gestiegen ist, sondern auch, weil die Demonstrationen eine Tendenz ausdrücken, mit der Kontrolle zu brechen, die die Regierungsparteien und die Opposition über die sozialen Bewegungen ausgeübt haben.

Wir beginnen zu beobachten, wie sich in verschiedenen Gruppen der unterdrückten und ausgebeuteten Bevölkerung (Arbeiter, Indios, Frauen, Bewohner der armen Barrios, Rentner, obdachlose Familien, Bezieher öffentlicher Dienstleistungen, etc.) zunehmend Ausdrucksformen des Kampfes äußern. Darauf haben die Mächtigen geantwortet, indem sie versucht haben, diese Gruppen durch demagogische Wahlversprechen zu täuschen. Oder kriminalisierten die Konflikte und gingen repressiv vor. Für letzteres wird in Venezuela auf eine groteske Sprache aus dem Kalten Krieg zurückgegriffen: Jeder Protest des Volkes wird als „imperialistische Manipulation“ bezeichnet, als „Komplott der CIA“ oder ihm wird vorgeworfen „der rechten Reaktion in die Hände zu spielen“.

Trotz solcher Erpressungen erwarten wir, dass der autonome soziale Protest weiter wachsen wird, denn weder diese autoritäre, korrupte, inkompetente und opportunistische Regierung, noch ihre sozialdemokratischen und rechten Gegner, die von ähnlichem Schlag sind, haben eine wirkliche Antwort auf die tiefe Krise, die die venezolanische Gesellschaft heute erleidet.

ºº Wollt ihr sonst noch etwas loswerden?

-- Nur ein Danke an den „Letzten Hype“ http://letzterhieb.blogsport.de, der uns mit diesem Interview Leute erreichen lässt, die – sei es wegen der Sprache, der Entfernung oder der Unwissenheit über die venezolanische Situation – sehr wahrscheinlich keinen Zugang zu den Standpunkten haben, die unsere Publikation vertritt. Wir wollen mit den tendenziösen Interpretationen der großen Privatmedien der eaktionären Rechten ebenso brechen wie mit der Propaganda der tradionellen, autoritären Linken mit ihrer bedingungslosen Rechtfertigung von allem, was Chávez tut.

Außerdem möchten wir einladen, die folgenden deutschen Texte zu lesen, die unter der Sektion „other lenguages“ auf unserer Homepage www.nodo50.org/ellibertario verfügbar sind:

- Venezuela: Eine Revolution mit einem Kadaver im Mund
- Wir brauchen keinen weiteren Krieg
- Den Tauben predigen: Chavismus und Anarchismus in Venezuela
- Der Sender RCTV und die angebliche Demokratisierung der Kommunikation
- Hugo Chavez aus der Sicht venezolanischer AnarchistInnen
- Depolarisierung und Autonomie : Herausforderungen Venezuelas zu den
Sozialbewegungen nach D-3
- Wer genau hinsieht, sieht keine Revolution: Anarchistische Perspektive
der „Bolivarianischen Revolution“ in Venezuela
- Libertäre Erklärung von Caracas // 29. Januar 2006
- Venezuela: Eine folgerichtige Antwort auf wiederholte Fragen

Interview und Übersetzung: Sebastian Loschert


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