Schwarze Katze

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Wähle niemanden

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 26 Aug, 2017 08:58:21


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Obst gesucht

Schwarze KatzeGeschrieben von Schwarze Katze 23 Aug, 2017 12:51:08
Spendenaufruf Obst
Die Brotaufstrichkooperative Schwarze Katze hat in den letzten Jahren pro Jahr im Schnitt 35 kg Marmelade produziert. Dieses wurde unter den Mitmachenden verteilt, für politische Treffen und Events verwendet und an Bedürftige verschenkt. Wer vom Hagel verschont wurde, uns im Sauerland ernten lässt oder uns einen Teil seiner Ernte überlässt, würde uns eine grosse Freude bereiten. Egal, was für Obst. Wir nehmen auch grössere Mengen. Als Dankeschön gibt es ein paar Gläser Marmelade oder einige Fläschchen Sirup.

Wetterextreme
Ob wir auch 2017 wie in den Vorjahren 35 kg Marmelade einmachen können, ist ungewiss. Grund: Aufgrund des Wetters sieht es bei der Obsternte schlecht aus. Trockenheit, Hitze, Hagel und Dauerregen sorgten insbesondere im Sommer 2017 für eine schlechte Ernte. Insbesondere hat uns der Hagel und das wechselhafte jahreszeitenuntypische Wetter zugesetzt. Auch mit der Apfelernte sieht es nicht gut aus. Alle Kirschen und Pflaumen sind uns nach dem Hagelschauer kaputtgegangen.

Kinder und Jugendliche sind dabei
Unter anderem wird Kindern und Jugendlichen gezeigt, wie Haltbarmachung / Konservierung und Verarbeitung abläuft. Übrigens nicht nur bei Marmelade, sondern auch bei Sirup und vielm anderem. Fachliteratur zum Thema ist ebenso vorhanden wie praktische Erfahrung.
Mirabellenmarmelade, Foto: Schwarze Katze, 16.08.13

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Integrationsprobleme bei Deutschtürken

IslamGeschrieben von Schwarze Katze 21 Aug, 2017 07:59:50
Integrationsprobleme bei Deutschtürken
Schwarze Katze, 21.08.17


Deutschtürken für islamischen Diktator
Der türkische Präsident Recep Tayip Erdogan ist unter Deutschtürken äusserst beliebt. Über 60 Prozent der türkischen Passinhaber, die in Deutschland zur Wahl gegangen sind, haben sich bei Wahlen und dem Verfassungsreferendum für den Diktator entschieden, der für seine Gegner die Todesstrafe befürwortet. Etwa 10 Prozent mehr als in der Türkei haben sich für islamischen Fundamentalismus entschieden. Nur eine Minderheit hat demokratisch gewählt und sich gegen eine islamfaschistische Diktatur entschieden. Damit zeigt sich, dass bei vielen Deutschtürken Integrationsprobleme vorliegen, sie westliche freiheitliche Werte ablehnen und die frauenfeindliche islamische Parallelkultur befürworten. Dies sorgt wiederum für ein Erstarken der AfD.
Diktator Recep Tayip Erdogan in seinem 1000-Zimmer-Palast, Foto: gemeinfrei, 30.03.17

Islamkritik wird stärker
Erdogan versucht die Deutschtürken als 5. Kolonne einzusetzen und befördert so Rassismus gegen Türken. Dies ist von Erdogan gewollt, um die Deutschtürken enger an den Islam und an die zunehmend islamisierte Türkei zu binden. Positiver Nebeneffekt von Erdogans Hetze und dem von ihm und anderen radikalen Muslimen angezettelten Kampf der Kulturen ist, dass Islamkritik auch stärker wird.

Terror, Kopftuch und Hetze
In sozialen Netzwerken wird sich an immer mehr islamistischer Hetze beteiligt und das Symbol der radikalen Muslime - das Kopftuch - wird immer mehr Frauen und schon kleinen Mädchen aufgezwungen. Durch das Kopftuch werden Frauen absichtlich hässlich gemacht um sie für säkular-westlich orientierte Biodeutsche unattraktiv zu machen und sie so daran zu hindern eine Beziehung mit Nicht-Moslems einzugehen. So sollen sie weiterhin unter Kontrolle ihrer patriarchalen Familie und der rückschrittlichen rigiden islamischen Religionstradition gehalten werden.

Spitzel bei Religionsbehörde

Der deutsche Ableger der islamischen Religionsbehörde DITIB - also der lange Arm Erdogans - hat Spitzel eingesetzt, um vermeintliche Gülen-Anhänger zu überwachen und die Ergebnisse nach Ankara mitzuteilen. Die DITIB hat wie die muslimische Community in Deutschland am 17. Juni 2017 die Kölner Demonstration gegen islamischen Terrorismus boykottiert. Aus Deutschland fahren radikal-muslimische deutschtürkische Terrorkämpfer nach Syrien, um dort auf Seiten des Islamischen Staates Unschuldige zu massakrieren. Erdogan hat wiederholt versucht einen Keil zwischen Deutschtürken und Deutsche zu treiben. So hat er sich in die deutsche Politik eingemischt, CDU, SPD und Grüne als türkenfeindlich beschimpft und zum Boykott dieser Parteien bei den Bundestagswahlen aufgerufen. Damit soll das Entstehen einer islamischen Scharia-Partei und das Erstarken der islamischen Parallelkultur in Deutschland befördert werden.

Bundeswehr raus aus Incirlik

Weil die Bundeswehr vom türkischen Incirlik aus gegen den Islamischen Staat kämpft, hat der Möchtegern-Sultan Erdogan aus Wut darüber den Besuch von deutschen Bundestagsabgeordneten verboten. Andere Schikanen wie Stromausfall gab es auch. Erdogan gefällt es offensichtlich nicht, dass seine Glaubensbrüder vom Islamischen Staat angegriffen werden. Islamische Terroristen in Syrien werden von der türkischen Regierung mit Waffen und Geheimdienstinformationen unterstützt. Der Krieg gegen die Kurden geht weiter. Ganze kurdische Dörfer wurden von der türkischen Armee zerstört, Bewohner vertrieben und umgebracht. Kurdische Freiheitskämpfer, die gegen den Islamischen Staat kämpfen, werden von der Türkei innerhalb und ausserhalb der türkischen Grenzen angegriffen und ermordet. Nach langem Zögern hat die Bundesregierung nun endlich entschieden die Bundeswehr aus Incirlik abzuziehen und in Jordanien zu stationieren.

Türkei-Regime gegen Pressefreiheit
Der deutschtürkische Journalist Deniz Yücel wurde unter fadenscheinigen Vorwänden festgenommen und sitzt im türkischen Knast. Ebenso viele andere Journalisten, die
ebenfalls nur ihrer Arbeit nachgegangen sind. Die türkische Regierung verbreitet wirre Verschwörungstheorien über Fethullah Gülen und die kurdische Arbeiterpartei PKK, die
von vielen Türken wie ein Schwamm aufgesogen werden. Massenverhaftungen folgen. Der Putsch gegen den islamischen Autokraten hat nicht geklappt. Wobei dies nach Vermutung vieler daran liegen könnte, dass Erdogan selbst hinter dem Putsch steckt, um einen Vorwand zu schaffen gegen Regimekritiker und seine ehemaligen Verbündeten der Gülen Bewegung vorzugehen und diese einzuknasten. Statt mit der Europäischen Union zusammenzuarbeiten, hat die türkische islamische AKP-Führungsschicht sich für eine Zusammenarbeit mit den autoritären Regimen von Iran, Russland, Katar und China entschieden, die allesamt auch gegen die Pressefreiheit und die Opposition mit brutaler Härte vorgehen.

Tourismus am Boden

Anschläge in Touristenorten, die Verhaftung von Urlaubern, die sich kritisch gegenüber Erdogan äussern und die zunehmend antiwestliche Stimmung in islamischen türkischen Kreisen sorgen zurecht dafür, dass die Touristenzahlen rapide runtergehen. Viele Urlauber sind verunsichert, haben Angst oder möchten Erdogan nicht unterstützen und suchen sich daher andere Urlaubsziele aus. Solange die Situation derart problematisch ist, die islamische AKP Regierung an der Macht ist und Kurden, Islamkritiker, Journalisten und säkular westlich Orientierte angreift, rät die Schwarze Katze dringend von einem Türkei Urlaub ab.

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Graffiti Broschüre Fit for Cans

NutzwertGeschrieben von Schwarze Katze 19 Aug, 2017 05:14:21
Zusammen Kämpfen Magdeburg hat die Broschüre Fit for Cans herausgegeben. Darin geht es um Graffiti und es ist ein Interview mit einem Maler enthalten:
http://zusammenkaempfen.bplaced.net/wp-content/uploads/2017/07/Fit4Cans.pdf
Graffiti in Hemer. Auf dem Duloh. Foto: Schwarze Katze, 16.12.07

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Geschonte Kraft

libertärGeschrieben von Schwarze Katze 31 Jul, 2017 09:39:11
Geschonte Kraft
Erich Mühsam


Ihr Toren meint, der Kämpfer und Verächter
sei müde und besiegt ins Knie gesunken,
verlöscht sei seines Zornes heller Funken
vom rohen Fußtritt der Gesetzespächter.

Wahr ist's: er ballt die Fäuste nicht dem Wächter;
speit keinen Schimpf: ihr Mörder, ihr Halunken!
Und blößt nicht seinen Rücken martertrunken
den Geißelhieben unter Hohngelächter.

Ein stiller Mann. Und doch: ihr Toren irrt.
Er braucht sich seinen Mut nicht zu befeuern,
indem er laut mit seinen Ketten klirrt.

Im Gegenteil: bemüht, den Klang zu dämpfen,
wird ihm sein Eisen das Gelenk nicht scheuern,
und stark erhält er seinen Arm zum Kämpfen.

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Fotobericht Wispa Festial 2017

SauerlandGeschrieben von Schwarze Katze 24 Jul, 2017 09:38:45
Schwarze Katze Fotobericht zum Wispa-Festival 2017:
http://schwarze.katze.dk/fotos/160617.html
Bühne beim Wispa Festival 2017, Foto: Schwarze Katze, 16.06.17

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Brief eines kleinen Kirchenopfers

ReligionGeschrieben von Schwarze Katze 23 Jul, 2017 23:01:02
Brief eines kleinen Jungen, der in Regensburg von Pfarrern der katholischen Kirche missbraucht wurde und verzweifelt um Hilfe bettelte.


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81. Jahrestag 19. Juli 1936 Ausbruch der Sozialen Revolution in Spanien

Anarcho-SyndikalismusGeschrieben von Schwarze Katze 19 Jul, 2017 15:39:13
19. Juli 1936 Ausbruch der Sozialen Revolution in Spanien.
Also heute vor 81 Jahren.
Weitere Infos dazu: http://schwarze.katze.dk/texte/as54.html

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[HH] G20 - Tage der Revolte

GlobalisierungGeschrieben von Schwarze Katze 19 Jul, 2017 08:05:22
[HH] G20 - Tage der Revolte
Anarchist_innen für die soziale Revolte
Hamburg, Sommer 2017

Tausende Menschen trugen während des G20 Gipfels ihre Wut über die Bullengewalt und die Welt, die durch sie verteidigt wird, auf die Straßen Hamburgs.
Die Bullen machten schon in der Woche vor dem Gipfel klar, dass sie nicht zimperlich sein werden und unterstrichen ihre Linie mit dem direkten Angriff auf die Demonstration am Donnerstag Abend. Offenkundig wurden schwere Verletzungen oder gar Tote billigend in Kauf genommen, als der vordere Teil der Demonstration in einer engen Straßenschlucht unter Schlägen, Pfefferspray, Tränengas und Wasserwerfer-Einsatz auseinandergetrieben wurde - Panik entstand, es blieb für viele nur die Flucht über eine hohe Mauer. Viele wurden verletzt, aber es gab auch Szenen von beeindruckender Solidarität, als Menschen sich gegenseitig halfen, die Mauer zu erklimmen, die Bullen von oben stetig angegriffen wurden und sehr besonnene Reihen die Schläge der Bullen einsteckten, um den Rest der Demo zu schützen.

Der Knüppel im Gesicht, das Knie im Nacken, Pfeffer in den Augen sollen daran erinnern, wer in dieser Welt das Sagen hat.
In diesen Tagen trafen sich Vertreter der 20 reichsten Länder, um über den Fortbestand dieser Ordnung des Elends zu beraten. Abertausende Bullen sollten dieses Spektakel vor denjenigen schützen, die den arroganten Autoritäten anlässlich dieses Gipfels ihre Wut, ihren Hass, ihren Widerstand entgegenbringen wollten.

In der Nacht auf den Freitag nahmen sich bereits viele Menschen einen Teil der Würde, die uns diese beschissenen Verhältnisse Tag für Tag rauben zurück und griffen an etlichen Orten die Cops an, errichteten Barrikaden und verursachten mit Hämmern, Steinen und Flammen an vielen Stellen der Stadt Risse in der Fassade einer Gesellschaft, in der nur Platz für diejenigen ist, die funktionieren, konsumieren und sich anpassen.
Kaum waren die Barrikaden der Nacht gelöscht, gingen am frühen Morgen des Freitags die ersten Autos in Flammen auf. An verschiedenen Orten der Stadt machten sich Gruppen auf den Weg um zu zeigen, dass es an diesen Tagen um mehr gehen sollte als um den Angriff auf ein Treffen von Staatsoberhäuptern. Unter anderem Immobilienbüros, Luxusautos, die Jugendgerichtshilfe, Banken und die glitzernden Fassaden der Einkaufshöllen wurden Ziel von Angriffen und auch die ersten Cops mussten unter Angriffen die Beine in die Hand nehmen. An vielen anderen Orten der Stadt blockierten andere Massenhaft mit Sitzblockaden und Demonstrationszügen, ohne dass sich die Mittel, für die sich Menschen entschieden, in die Quere kamen.

Am Freitag entlud sich die Wut mit einer disruptiven Wucht, die in diesem Kontext leider selten ist.

Die bürgerliche Friedhofsruhe zu stören und die Normalität zu unterbrechen, die Stadt der Reichen und des Konsums am Funktionieren zu hindern und keinen Zweifel daran zu lassen, dass der Bullenstaat uns nicht am Leben hindern kann, ist eine sehr bestärkende Erfahrung.

Freitag wurde sich ein Stück des Raumes, den die Autoritäten im Interesse ihrer Herrschaftsinszenierung den Menschen in dieser Stadt mit aller Gewalt abgetrotzt haben, für einige Stunden zurückerkämpft.
Mittels brennender Barrikaden und beständigen Angriffen auf die Bullen wurde ein Raum geschaffen, in dem Menschen sich für einige Stunden unabhängig von der Macht des Staates entscheiden konnten, was sie tun wollen.
Es wurde geplündert, Menschen nahmen sich, was sie brauchten oder wollten, andere wiederum zerstörten Symbole der jeden Sinn für ein wildes, freies Leben abtötenenden Welt des Konsums und machten sie zum Raub der Flammen.
Es zeigte sich eine beeindruckende Vielfalt von Menschen, die sich an diesem Tag die Straße teilten, plünderten, Barrikaden errichteten und die Cops angriffen - viele von ihnen vermutlich nicht Teil irgendeines Protestmilieus.

Wenn irgendein selbsternannter Sprecher von irgendwem sagt, dieser Krawall habe sich an sich selbst berauscht und er habe keine politische Ausrichtung, dann muss man ihm bei allem Ekel gegenüber seinem kriecherischen Opportunismus recht geben:
Dieses notwendigerweise gewaltvolle Abtrotzen eines Raumes, der nicht von den Bullen dominiert wird, welches einen grundsätzlichen Bruch mit dem bedeutet, was uns hier Tag für Tag auferlegt wird, hat nichts mit einer politischen Agenda oder dem Programm irgendeines Bündnisses zu tun, sondern mit der individuellen, völligen Wiederaneignung unserer Leben.

Wenn damit hier und dort ein gewisses Unbehagen, im Zweifel sogar Angst vor einer Situation, in der die gewohnte Ordnung in der Tat aus den Fugen gerät einhergeht, ist das nachvollziehbar und notwendiger Bestandteil eines grundsätzlichen Bruches mit dieser Realität.

Wir müssen uns ferner die Frage stellen, um wessen Angst vor wem oder was es hier geht. Wenn eine so satte und reiche Gesellschaft wie die dieser Stadt des Geldes und des Handels um ihr Eigentum bangt und das Fürchterliche an den Zerstörungen die Tatsache ist, dass dort Waren entwendet und Einkaufsmöglichkeiten verwüstet wurden, dann gehört diese Gesellschaft zerstört.

Unsere Domestizierung in dieser Welt der Autorität ist sehr umfangreich.
Der vielbeschworene Bulle im Kopf ist hartnäckig.

Wenige können sich vorstellen, was es bedeutet die Autoritäten zu vertreiben, deswegen müssen wir Momente schaffen, in denen wir ihre Abwesenheit erleben.
Das Menschen auch in diesen Situationen Entscheidungen treffen, die im Nachhinein als nicht richtig oder verantwortungsvoll erscheinen, ist in diesen Momenten wie in allen anderen Lebenssituationen nicht besonders überraschend. Auch über diese Dinge muss geredet werden, wenn wir einer Vorstellung von Freiheit näher kommen wollen. Dennoch muss klar sein, dass es keine Objektivität gibt - schon gar nicht in der Revolte. Sie besteht in ihrem Kern aus der individuellen Verantwortung und Initiative all jener, die zu ihr beitragen wollen.

Es ist dieser Tage offenkundig sehr einfach, dem Diskurs der Autoritäten und Bewahrer_innen dieser Ordnung auf den Leim zu gehen. Diejenigen, die dieser Tage bereitwillig Leben aufs Spiel setzten, waren die Bullen - daran gibt es nichts zu rütteln.
Sich im Angesicht der Hetze und Propaganda die bestärkende und befreiende Erfahrung dieser Momente streitig machen zu lassen, wäre ein großer Fehler.

An diesem Wochenende hat der Widerstand den Rahmen des politisch opportunistisch durchorchestrierten Protests verlassen und es zeigt sich abermals, dass es in der Revolte immer wieder um die Frage geht, für welche Seite sich entschieden wird.
Für die Seite derer, die diese Gesellschaft, diese Ordnung, dieses System in Trümmern sehen wollen im Sinne eines Lebens in Freiheit und Würde, mit allen Fehlern und Triumphen, die die Revolte mit sich bringt.
Oder für die Seite derer die im Zweifel feststellen, dass sie ein kuschliges, kalkulierbares Protestmilieu im Rahmen der Sicherheit der totalitären Verhältnisse dem tatsächlichen Aufbruch in die Fröste der Freiheit vorziehen.

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Die Frage „Gewalt – ja oder nein?“ ist falsch

GlobalisierungGeschrieben von Schwarze Katze 10 Jul, 2017 12:39:52
Der folgende Text ist eine spontane Erklärung einiger
beteiligter und die Abläufe mitverfolgender Personen aus dem
Umfeld der Projektwerkstatt in Saasen und des Aktionsraumes
in Gießen.


Die Frage „Gewalt – ja oder nein?“ ist falsch
Aktivist*innen fordern mehr Qualität statt Bekenntnisse
Presseinformation, 08.07.17


Die überwältigende Mehrheit aller an den Auseinandersetzungen der
vergangenen Tage in Hamburg beteiligten Personen und Organisationen
hat sich bekenntnishaft über die Legitimität von Gewalt als Mittel
des politischen Protestes oder als Mittel der uniformierten
Sicherung stattlicher Macht geäußert. Das gilt sowohl für die dort
versammelten Politiker*innen als auch für Journalist*innen und die
meisten der Aktivist*innen und Führungspersonen politischer
Organisationen und Netzwerke. Die Frage nach der Qualität
politischer Protestaktionen blieb dabei auf der Strecke. Kaum eine
Stimme war hörbar, die sich mit der Art militanter Aktionen
auseinandersetzte.

Das Gleiche gilt für die sogenannten friedlichen Proteste, die ihre
einzige Legitimation aus der Ausgrenzung zur dogmatischen
Ablehnung von Gewalt zu ziehen schien. Dabei war vor
allem auffällig: Fast alle Aktionen in Hamburg, die öffentlich
sichtbar wurden, waren stumpf, inhaltsleere, ritualhaft und wenig
von der Kreativität der Einzelnen geprägt. Stattdessen wurden sowohl
Militanz als auch Gewaltfreiheit fetischisiert. Befürwortung und
Ablehnung erfolgten als Bekenntnis und verdeckten, dass bei fast
allen Aktionen Inhalt und Qualität mangelhaft waren. Die öffentliche
Berichterstattung reduzierte sich in der Folge auf die Nachricht
„friedlich“ oder „gewalttätig“. Damit haben sowohl die plakative
Gewaltfreiheit wie auch die plakative Militanz die Inhalte verdeckt.

Statt der Fortsetzung der dogmatisch orientierten Debatte um
Militanz oder Gewaltfreiheit rufen wir zu mehr Qualität auf:

* Aktionen müssen so ausgerichtet sein, dass sie unsere Inhalte
und Forderungen sichtbar machen.

* Aktionen müssen die Unterschiedlichkeit unserer Auffassungen und
Vorlieben zum Ausdruck bringen. Statt vereinheitlichender
Schulungen und Aktionsstrategien gilt es, uns viele
unterschiedliche Ausdrucksformen anzueignen und in die Praxis
umzusetzen. Demos mit Tausende von Menschen, die sich weitgehend
gleichförmig verhalten, sind immer eine Verschwendung unser
Möglichkeiten – egal ob gewaltfrei oder militant. 1000
ausdrucksstarke Gruppen a 10 Leute mit eigenen Ideen sind viel
mehr wert als ein geschlossener Zug von 10.000 Menschen.

* Kriterium für die Bewertung von Aktionen muss deren
emanzipatorische Qualität und Ausdrucksstärke sein. Die Ohrfeige
von Beate Klarsfeld gegen Kurt-Georg Kiesinger oder der
militante Kampf der Roten Zora gegen den frauenausbeutenden
Adlerkonzern sind nicht das Gegenteil der Sitzplatzwahl von Rosa
Parks oder der Besetzung von Genversuchsfeldern, sondern sie
sind sich hinsichtlich der relevanten Qualitätsmerkmale vor
allem ähnlich. Nur die Bekenntnisdebatte um Militanz und
Gewaltfreiheit macht sie zu Gegenteilen.

* Um einen Qualitätssprung sowohl bei militanten als auch bei
sogenannten gewaltfreien Aktionen zu erreichen, muss die Macht
derer gebrochen werden, die an bekenntnishaften, ritualisierten
und dadurch leicht führbaren Protestformen Interesse haben.
Dieses sind die Sicherheitsbehörden des Landes, aber auch die
Vorstände, Sprecher*innen usw. der politischen Bewegungen – wie
auch immer sie ihre Kreise nennen, die andere Menschen
vereinnahmen, steuern, um Spenden erleichtern oder für sie
sprachen wollen.

Die entscheidende Frage ist nicht: Gewalt – ja oder nein? Die
entscheidende Frage ist die nach der Qualität unserer Aktionen. Die
Gewaltdebatte verschleiert, dass hier ein riesiger Nachholbedarf
besteht.




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